Detail - Zukunftsblick

Cocktails und Karten für das Ehrenamt

09. April 2019

Ehrenamtsentwicklerinnen im Pastoralen Raum Dortmund Ost (v.l.): Claudia Lechleitner, Annette Weber und Andrea Kreklau.

Der HimmelsFlitzer ist bald wieder mit neuem Schwung und breiterer Unterstützung in den Straßen von Asseln, Brackel, Neuasseln und Wickede unterwegs.

Ehrenamtsentwicklerinnen wollen Freude am Engagement wecken

Claudia Lechleitner und Annette Weber engagieren sich ehrenamtlich im Pastoralen Raum Dortmund-Ost. Sie sind im Pfarrgemeinderat, im Vorstand des Pfarrgemeinderates und im Katholischen Stadtgremium von Dortmund aktiv sowie noch an manch anderen Stellen in den vier Gemeinden ihres Pastoralen Raumes. Gemeinsam beobachten sie allerdings, dass Ehrenamtliche in den Kirchengemeinden weniger werden und dass neue Konzepte nötig sind. So übernahmen sie nun noch eine weitere Aufgabe: Zusammen mit der Gemeindereferentin Andrea Kreklau kümmern sie sich als Ehrenamtsmanagerinnen um die Entwicklung des freiwilligen Engagements. Dazu haben sie den Grundkurs sowie den Vertiefungskurs zur Ehrenamtsförderung im Erzbistum Paderborn absolviert.

"Wir hatten bisher wenig Ahnung, wie man das Thema anpackt", sagt Claudia Lechleitner. Voll mit Ideen und Anregungen seien sie dann von den Fortbildungen zurückgekehrt. Dann stellte sich die Frage, womit man beginnen solle. Zunächst entschied sich das Dreierteam für kreative Werbeaktionen. Postkarten mit Ruhrdeutsch wurden entwickelt, mit Slogans wie "Hömma! Ichdrehamrad" für die Mitarbeit im Pfarrgemeinderat, "Hömma! Wirsinddichschonamsuchen" für Menschen, die sich für Kinder, Trauernde oder Geflüchtete engagieren möchten oder "Hömma! Bissenichganzdicht" für Menschen, die gerne in Teams Ideen entwickeln und umsetzen. Beim Pfarrgemeinderat und an einem Stand bei Gemeindefesten wurden die Karten zusammen mit alkoholfreien Cocktails verteilt. "Wir wollten das Ehrenamt pfiffig präsentieren, als etwas, das Spaß macht", erläutert Claudia Lechleitner. Es komme nicht darauf an, nur Menschen zu suchen, die Arbeit übernehmen, ergänzt Andrea Kreklau. Vielmehr gelte es zu schauen, was den jeweiligen Personen liege und woran sie Freude hätten.

Nach den Werbeaktionen konzentrierten sich die Koordinatorinnen zunächst auf jene, die bereits aktiv sind. "Wir wollen für die engagierte Basis, die wir haben, eine gute Kultur entwickeln", kündigt Andrea Kreklau an. Aufmerksamkeit, Anerkennung und Dank gehörten in jedem Fall dazu. "Viele sind schon dafür dankbar, wenn man sie mal fragt, wie es läuft", weiß Annette Weber. Und wenn es mal nicht so gut läuft, können die Ehrenamtsentwicklerinnen Hilfe anbieten. So wie zuletzt beim Runden Tisch für den HimmelsFlitzer.

Seit 2014 ist das dreirädrige Rollermobil der Marke Piaggio in den Straßen von Asseln, Brackel, Neuasseln und Wickede als HimmelsFlitzer unterwegs. Das Ziel ist, ein neues Angebot zu machen, punktuell und unkompliziert Kontakte zu ermöglichen und sich den Fragen, Anregungen und Wünschen der Menschen zu stellen.

Die Vor- und Nachbereitung dieser Angebote geschieht am Runden Tisch und damit war die Zahl der Einsätze durch die Möglichkeiten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrenzt. Der Pfarrgemeinderat hatte gleichzeitig den Herzenswunsch, dass der HimmelsFlitzer öfter unter die Menschen kommen sollte. "Wir dachten, da kann man etwas machen und regten ein Brainstorming im Pfarrgemeinderat an", berichtet Andrea Kreklau. Doch nicht nur neue Ideen waren gefragt, auch die Arbeitsweise wurde überdacht. "Wir haben angeregt, die Arbeiten aufzuteilen für Leute, die planen, andere, die kreativ sind, welche, die sich um praktische Arbeiten kümmern oder Dinge besorgen, die am Himmelsflitzer verteilt werden können", erläutert Andrea Kreklau. Außerdem hätten sie weitere Menschen gefragt, das Projekt für begrenzte Einsätze zu unterstützen. "Im Pfarrgemeinderat gab es mehrere, die sagten, dass sie beispielsweise einmal im Jahr gut dabei sein könnten", freut sich Andrea Kreklau. Daraus seien Projektgruppen für einzelne Einsätze entstanden. Projektorientiertes Arbeiten, erklärt die Gemeindereferentin, werde in der ehrenamtlichen Arbeit immer wichtiger. Die Menschen hätten weniger Zeit und wollten sich oft nicht für dauerhafte Aufgaben festlegen. Darum sei es hilfreich, sich strategisch auf die Situation der Engagierten einzustellen.

Der HimmelsFlitzer ist nun bald wieder mit neuem Schwung und breiterer Unterstützung unterwegs. Am Karsamstag werden die Ehrenamtlichen damit in Wickede stehen und unter anderem kleine Osterkerzen an die Passanten verteilen sowie mit ihnen das Gespräch suchen.

Claudia Lechleitner, Annette Weber und Andrea Kreklau haben noch viele Ideen, mit denen sie das Ehrenamt im Pastoralen Raum Dortmund Ost weiter fördern möchten. Als Nächstes schlagen sie einen Klausurtag zum Thema Ehrenamt für den Pfarrgemeinderat vor, außerdem denken sie an einen "Dankeschön-Tag" für Engagierte und an eine Ehrenamtsbörse.

Lesen Sie morgen: Die Klus Edessen - ein Ort, um zu sich selbst zu finden

Bisher erschien im Themenspezial Pastorale Räume:


Beitrag drucken

Weitere Artikel

Auf dem Weg zur neuen Stadt

Die Gesamtpfarrei Heiligste Dreifaltigkeit in Beverungen will mit Visionsarbeit die Einheit der 12 Gemeinden […]

11. April 2019

Kat: Zukunftsblick
> mehr

Ein Ort, um zu sich selbst zu finden

Die Klus Eddessen bei Borgentreich ist traditionelle Volkskirche und pastoraler Ort […]

10. April 2019

Kat: Zukunftsblick
> mehr

Cocktails und Karten für das Ehrenamt

Ehrenamtsentwicklerinnen wollen Freude am Engagement wecken […]

09. April 2019

Kat: Zukunftsblick
> mehr

Ein Ort des Willkommens

Die Eremitage Franziskus baut als Geistliches Zentrum auf dem Fundament der Klarissen auf. […]

08. April 2019

Kat: Zukunftsblick
> mehr

Fanpastoral am Borsigplatz

Gemeindereferent Karsten Haug lädt die Fans in die Gründerkirchevon Borussia Dortmund ein. […]

05. April 2019

Kat: Zukunftsblick
> mehr
nach oben