Detail - Zukunftsblick

Pastorale Räume – Gemeinschaft stiften, zu Diensten sein

03. April 2019

Dieser Text ist der Auftakt für ein Themenspecial zum Thema "Pastorale Räume". Die Beitrage werden ab heute Tag für Tag veröffentlicht. Sie stellen die Entwicklung einzelner Räume vor und blicken auf verschiedene Projekte und Personen.

Seit 2010 läuft im Erzbistum Paderborn ein Mega-Projekt. Der Name: Pastorale Räume. Mit ihnen hat sich das Erzbistum zum Ziel gesetzt, die veränderte Situation von Kirche anzunehmen und kirchliches Leben neu zu organisieren. 87 Pastorale Räume soll das Gebiet des Erzbistums bis 2030 umfassen, 63 davon sind bereits errichtet (Stand: März 2019).

Dieser Text ist der Auftakt für ein Themenspecial zum Thema "Pastorale Räume". Die Beitrage werden ab heute Tag für Tag veröffentlicht: Sie stellen den Weg einzelner Räume vor und blicken auf verschiedene Projekte und Personen.

Kirche in pluraler Welt ins Spiel bringen

In der westlichen Welt verliert der christliche Glaube zunehmend an Akzeptanz. Um sich die Welt zu erklären und zu deuten, brauchen viele Menschen Gott und Kirche nicht mehr. In der pluralen Gesellschaft kann sich die Kirche auf keinen alleinigen Wahrheitsanspruch mehr berufen. Sie ist mit ihren Angeboten eine unter vielen - und sie muss überzeugen, um nicht weiter an Bedeutung zu verlieren.

Dies ist die Ausgangslage von den Verantwortlichen im Haupt- und Ehrenamt in den Pastoralen Räumen. Ihre Aufgabe ist es, Kirche in der pluralen Welt von heute neu ins Spiel zu bringen. In einer Gesellschaft, in der die Akzeptanz von Glauben und Kirche schwindet, darf der Blick nicht nur auf die Kerngemeinde gehen, also auf die Menschen, die Kirche vor Ort prägen und mitgestalten. Vielmehr geht der Blick auf alle Menschen, die im Pastoralen Raum leben, und ihre "Lebens- und Glaubensthemen" (vgl. Zukunftsbild S. 80). Im Idealfall spiegelt kirchliches Handeln im Pastoralen Raum die Vielfalt der Menschen und ihrer Lebensentwürfe wieder, die dort leben.

Ein Netzwerk pastoraler Orte und Gelegenheiten

Diese Ausrichtung bringt es mit sich, dass Kirche im Pastoralen Raum an ganz unterschiedlichen Orten mit ihrem Angebot präsent ist - eben dort, wo Menschen leben und glauben. Übergeordnetes Ziel von Kirche im Pastoralen Raum ist es, nah bei den Menschen zu sein - als Institution, die Gemeinschaft stiftet und zu Diensten ist. Dies ist sie natürlich in der Feier der Eucharistie und an kirchlichen Orten wie zum Beispiel der Pfarrgemeinde, den katholischen Jugend- und Erwachsenenverbänden, Kindertagesstätten oder Schulen. Zu ihrem Auftrag zählt aber auch, den Sozialraum mitzugestalten und dafür mit verschiedenen Partnern zusammenzuarbeiten: andere christliche Konfessionen oder andere Religionsgemeinschaften, Kooperationspartner aus dem sozialen Bereich oder aus der Kultur. So entstehen pastorale Orte und Gelegenheiten für unterschiedliche Zielgruppen, die miteinander ein Netzwerk bilden und miteinander die Kirche im Pastoralen Raum ausmachen.

Die Pastoralvereinbarung sorgt für Verbindlichkeit

Wie die Pastoralen Räume dies umsetzen ist äußerst unterschiedlich. Was aber überall gleich ist: Die Schwerpunkte der Arbeit werden in einer Pastoralvereinbarung festgehalten. Diese ist ein Dokument von hoher Verbindlichkeit, denn sie wird sowohl von den Verantwortlichen vor Ort als auch vom zuständigen Dechanten und dem Erzbischof von Paderborn unterzeichnet.

Die Pastoralvereinbarung legt die Schwerpunkte eines Pastoralen Raums fest, auf die sich vor Ort in einem längeren Beratungsprozess verständigt wird. Ausgangspunkt ist die konkrete Situation vor Ort: Wie leben die Menschen in den Städten und Dörfern? Welche Probleme haben sie und welche Anliegen? Welche Menschen engagieren sich bei uns und wie können wir ihre Talente einsetzen? Ausdrücklich gewünscht ist dabei das Ausprobieren neuer Ideen, die auch Menschen ansprechen, die bisher noch nicht im kirchlichen Umfeld auftauchen. Einen Orientierungsrahmen bieten dabei die vier im Zukunftsbild genannten Handlungsfelder: Evangelisierung - Lernen aus der Taufberufung zu leben, Ehrenamt - Engagement aus Berufung, Missionarisch Kirche sein - pastorale Orte und Gelegenheiten, Caritas und Weltverantwortung - diakonisch handeln

Pastorale Räume existieren entweder als Pastoralverbünde mit rechtlich eigenständigen Pfarreien oder als Gesamtpfarrei mit einer Vermögensverwaltung für den ganzen Raum. In der Regel entscheiden die Verantwortlichen vor Ort in einem längeren Beratungsprozess darüber, welche Form für ihren Pastoralen Raum passend ist.

Lesen Sie morgen: Ein ruhe.pol im Skizirkus - Tourismus-Seelsorge in Winterberg


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