Detail - Zukunftsblick

Forum Evangelisierung in Dortmund

11. Juni 2018

Thomas Bretz, Referent für Neuevangelisierung im Bistum Fulda, stellte in Dortmund Ideen vor, die Menschen mit dem Evangelium in Kontakt bringen können.

Dr. Jan Loffeld meinte, die Pastoral sei heute noch zu sehr auf „Bilder der Fülle“ getrimmt.

Zum Austausch über Erfahrungen zum Thema Evangelisierung trafen sich am 8. und 9. Juni in Dortmund mehr als 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Erzbistum Paderborn zum "Forum Evangelisierung" im Westfälischen Industrieklub in Dortmund.

Spätestens seit der Veröffentlichung des Zukunftsbildes für das Erzbistum Paderborn im Jahr 2014 zählt die "Evangelisierung" zu den wichtigsten Themen der Entwicklung des Erzbistums. Zu Impulsvorträgen sowie zum Austausch über praktische und theoretische Erfahrungen zu diesem Thema trafen sich am 8. und 9. Juni in Dortmund mehr als 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Erzbistum Paderborn zum "Forum Evangelisierung" im Westfälischen Industrieklub in Dortmund.

"Evangelisierung ist ein Querschnittsthema", betonte zu Beginn Thomas Bretz, Referent für Neuevangelisierung im Bistum Fulda. Evangelisierung sei daher nicht an bestimmte Projekte oder Orte gebunden, sondern bedeutsam für alles kirchliche Planen und Handeln. Es gehe darum, das Evangelium in Wort und Tat zu verkünden, den Anderen mit Christus bekannt zu machen. Voraussetzung für die Evangelisierung sei immer auch die Selbstevangelisierung, also die Konzentration auf den Kern des Glaubens, ergänzte Andrea Keinath, Leiterin des Teilprojektes Evangelisierung. Früher seien die Menschen vor allem in volkskirchliche Traditionen hineingeboren worden, jetzt gehe es um "die Zustimmung des Herzens" und die "persönliche Antwort des Einzelnen".

Thomas Bretz stellte dann mehrere Praxisbeispiele vor, die Menschen mit dem Evangelium in Kontakt bringen könnten. Dazu müssten Christen mehr als bisher "rausgehen auf die Plätze und Märkte" und sich auch trauen, unbekannte Menschen anzusprechen. Er beschrieb unter anderem Straßenaktionen, bei denen am Palmsonntag Rosen an Passanten verteilt wurden. Man müsse jedoch in vielen Feldern unterwegs sein. So nannte er auch die Weltjugendtage und Nightfever-Abende für junge Menschen oder eine Erstkommunion-Vorbereitung, welche die Eltern bewusst mit einbezieht. Auch die Verbindung von Kunst und Kirche, beispielsweise in Form einer getanzten Vesper mit professionellen Tänzern, könne Menschen erreichen, die sonst eher selten in der Kirche seien.

Dr. Jan Loffeld, Inhaber der Professur für Pastoraltheologie an der Katholischen Hochschule Mainz und Priester aus dem Bistum Münster, hatte in seinem Impuls am Samstag dazu eine andere Position. "Für Beratung, Lebenshilfe, Kultur und Rituale brauchen wir keine Priester", meinte Jan Loffeld. Die Pastoral sei heute noch zu sehr auf "Bilder der Fülle" getrimmt, und das sei in der heutigen Zeit nicht realistisch. Wichtiger sei es, an Orte zu gehen, "wo ich merke, die Botschaft Jesu sagt mir etwas, was mir kein anderer sagt". Als Beispiele nannte er Caritas, Kategorial-Seelsorge wie etwa im Gefängnis oder im Krankenhaus, Klöster und geistliche Menschen sowie auch Pfarreien. "Unsere Marke heißt Erlösung, nicht Kirche" betonte Jan Loffeld und meinte, dass es nicht in erster Linie darum gehe, gute Gemeinschaften zu bilden. Die bereits geschehene Erlösung durch Jesus Christus müsse "Inhalt und Ziel einer evangelisierenden Pastoral" sein.

Am Samstagnachmittag hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Gelegenheit, an verschiedenen Workshops teilzunehmen. Darin konnten sie sich zum Beispiel mit der Entwicklung pastoraler Orte und Gelegenheiten oder einer neuen, verständlichen Sprache für die Verkündigung auseinandersetzen.

Materialien zum Download:

Gesamtpräsentation der Veranstaltung

Präsentation des Referenten Professor Loffeld

Impulse aus dem Evangelium


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