Themenliste

Wozu sind wir da, wenn die Zukunft kommt? Szenarien für das kirchliche Umfeld 2030
Identität

Gegenwartsbild

  • handlungsleitende Bilder von Zukunft schreiben bisherige Erfahrungen fort
  • entsprechend sind Erwartungen an die zukünftige Entwicklung festgelegt und eingleisig
  • kirchliches, pastorales Handeln läuft vielen Anforderungen der Gegenwart hinterher

Zielbild

  • Bilder von Kirche und Sehnsüchte für ihre künftige Entwicklung werden besprechbar
  • richtungsweisende Entscheidungen werden von der Aufgabe der Kirche in der Zukunft her getroffen
  • dabei ist im Blick, dass sich die Zukunft in unterschiedliche, alternative Richtungen entwickeln kann

Erfahrungen und Konzepte

  • es sind neun Szenarien beschreiben, die jeweils ein denkbares kirchliches Umfeld für das Jahr 2030 darstellen; jedes Szenario ist mit 23 Faktoren detailliert beschrieben
  • die Szenarien werden als Lebenswelten erzählt, in denen fiktive Personen alltägliche Situationen erleben
  • Teilnehmer des diözesanen Forums und interessierte Gruppen bewerten die Szenarien:
    - Welche Welt entspricht am ehesten unserer heute erlebten Gegenwart?
    - Welche Welt halte ich für die Zukunfts am wahrscheinlichsten?
    - Welche Welt wünsche ich mir?
  • Erwartungen und Hoffnungen für die Zukunft der Kirche können verglichen und miteinander besprochen werden
  • Vorhaben mit großer Tragweite - wie Pastoralvereinbarungen und Projekte der Bistumsentwicklung -  werden daraufhin bewertet, in welchen Zukunftsszenarien sie positive und in welchen negative Auswirkungen haben

Bezüge und Stolpersteine

  • alle strategischen Projekte der Bistumsentwicklung
  • Pastoralvereinbarungen in den Pastoralen Räumen

Ansprechpartner für das Thema

Markus Freckmann
Tel. (0 52 51) 1 25 17 04
E-Mail: markus.freckmann(ät)erzbistum-paderborn.de

 

Szenarien beim Diözesanen Forum 2017

Was bringt die Zukunft für die Kirche im Erzbistum Paderborn? Antworten darauf haben Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Diözesanen Forums Ende September 2017 in Unna gegeben. In einer Ausstellung setzten sie sich mit möglichen Szenarien auseinander und wählten ihre Wunsch- und Erwartungsbilder. Ihre Bewertungen ergeben das Bild einer Gesellschaft, in der Glaube allgemein an Bedeutung verliert, für die Kirche aber auch Chancen erkennbar sind.

Ausführliche Informationen zu den Ergebnissen der Szenarien-Ausstellung beim Diözesanen Forum in diesem Artikel.  

Kurzbericht zum Diözesanen Forum

Ergebnisse

Was konkret ist passiert?

  • Präsentation von neun unterschiedlichen und von heute aus denkbaren Zukunftswelten (als Litfaßsäulen)
  • Ansprache von Forumsteilnehmern und Einladung zur Bewertung: Entspricht der Gegenwart, Erwartungs- und Wunschbild? (33 Personen beteiligen sich)
  • Auswertung: Wunsch- und Erwartungsbilder klaffen deutlich auseinander, während die Erwartungsbilder Nähen zur Gegenwart haben, Erwartungsbilder sind nicht einheitlich

Warum ist es passiert?

  • Das Thema ist in seiner Komplexität sperrig aufzunehmen und die Litfaßsäulen waren in einer abgelegenen Ecke der Stadthalle positioniert.
  • Zugleich haben sich Teilnehmer ansprechen lassen und auf sehr engagierte und tiefgehende Gespräche über Zukunfts- und Kirchenbilder eingelassen (Zitat: „Das ist das wichtigste Thema – schade, dass es hier nicht jeder findet“).
  • Weil alle neun Szenarien aktuell-wahrnehmbare Entwicklungen in unterschiedlicher Ausprägung enthalten, ist jede/r in der Lage, sich die jeweilige Welt zu erschließen – zudem ist eine spielerische Bewertung möglich, weil es keine Kriterien für richtig oder falsch gibt.

Was waren die Folgen, und wie bewerten Sie sie?

  • Der Spalt zwischen Erwartung und Wunsch weist auf eine depressive Weltsicht: Der „innere Kreis“ von Kirche erlebt gegenwärtige Entwicklungen (Individualisierung, Digitalisierung etc.), die von den Szenarien in großer Breite abgebildet werden, als befremdend und geht davon aus, dass sich diese Fremdheit in Zukunft weiter verstärkt.

Material und weiterführende Informationen

Erkenntnisse

Was lässt sich aus den Ergebnissen lernen?

  • Alle Erwartungsbilder weisen auf starke Säkularisierung und Individualisierung.
  • Der große Unterschied zwischen Wunschbild und Erwartung/ Gegenwart zeigt, dass die Beteiligten in tiefgreifenden Veränderungen ihres „Koordinatensystems“ (Paradigmenwechsel) stehen – und/oder in depressiver Haltung zur Gegenwart/ Zukunft (wir wünschen uns das Gegenteil von dem, was wir erwarten).
  • Ein erstes Interesse an der Arbeit mit Zukunftsbildern ist geweckt. Durch das Forum gibt es erste Erfahrungen, wie das methodisch gestaltet werden kann.

Welche Empfehlungen lassen sich daraus ableiten?

  • Es braucht ein bewusstes Erarbeiten von positiven Zukunftsbildern (eine optimistische Weltsicht).
  • zukunftsbezogenes Denken einüben
  • Szenarien als Maßstab für wichtige Entscheidungen heranziehen

Was ist der Nutzen dieser Empfehlungen?

  • Die Methode befreit von einer fatalistischen Sicht auf die Zukunft.
  • Die Bandbreite möglicher Handlungen wird erweitert, wenn nicht nur bisherige Erfahrungen zu Grunde gelegt werden (mehr als „schon immer so“).

Homepage mit allen Szenarien

Eine ausführliche Darstellung aller Szenarien finden Sie im Internet unter www.zukunftsbild-paderborn.de/szenarien.

Dokumentation der Szenarien

Die Szenarien für das Umfeld der Kirche 2030 im Erzbistum Paderborn sind in vier Arbeitsschritten entstanden und ausführlich dokumentiert. Eine Darstellung der Szenarien auf anschaulichere Art wird beim Diözesanen Forum am 29. und 30. September 2017 vorgestellt.

Außerdem entstand eine Übersicht aller Szenarien auf einer Seite (PDF).

Erarbeitung der Szenarien abgeschlossen

Haben die Szenarien für das zukünftige Umfeld der Kirche im Erzbistum Paderborn erarbeitet (v.l.): Claudia Fischer, Konstanze Böhm-Kotthoff, Ludger Drebber, Pfarrer Ludger Keite, Markus Freckmann, Claudia Auffenberg, Brigitte Duve, Manuela Stockhausen, Pfarrer Günter Eickelmann, Nadine Mersch, Dr. Andreas Koritensky in Begleitung durch Christina Mayer und Jens-Peter Kuhle von der ScMI AG. Ebenfalls mitgearbeitet haben (nicht auf dem Foto): Ludger Lamping und Wolfgang Schröder. Die Gruppe hat vom 18. Januar bis zum 12. April 2017 in drei Workshops und in Zwischenschritten gearbeitet.

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