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30. Juni 2017

Rebuilt – Wiederaufgebaut

Hier geht es um die etwas andere Geschichte einer katholischen Gemeinde. Und sie wird von Father Michael White und seinem Assistenten Tom Corcoran in ihrem Buch Rebuilt beschrieben. Dafür haben die beiden einen guten Grund: Ihre katholische Gemeinde in Timonium, einen Ort am Rande von Baltimore/USA, wächst - stetig mehr.

Hier geht es um die etwas andere Geschichte einer katholischen Gemeinde. Und sie wird von Father Michael White und seinem Assistenten Tom Corcoran in ihrem Buch Rebuilt beschrieben. Dafür haben die beiden einen guten Grund: Ihre katholische Gemeinde in Timonium, einen Ort am Rande von Baltimore/USA, wächst - stetig mehr.

Das Buch Rebuilt erzählt die Geschichte von dem, was in dieser Gemeinde passiert ist, was sie und ihre Mitglieder dabei gelernt haben, was sie jetzt aufgrund ihrer Erfahrungen wissen und weiter geben wollen. Das ist eine Geschichte für den zukunftsbild blog.

Es geht um Jüngerschaft und Evangelisierung, oder wie die Autoren es ihrer Gemeinde als Motto geben: Die Gläubigen aufrütteln, die Fernstehenden erreichen und der Kirche wieder eine Bedeutung geben. Sie nennen ihre Mission "liebe Gott - liebe andere - mache die Menschen zu Jüngern." - (love God - love others -make disciples).

So erreichten sie einen Perspektivwechsel in der Frage der Neugestaltung von Gemeinde. Sie richteten ihren Blick gerade auch auf die Menschen, die nicht von sich aus zu ihnen kamen und richteten ihre Bemühungen auf diese Personen aus. Sie gaben ihnen sogar einen Namen: "Tim".

Sie machten es sich zum Ziel, eine Kirche zu erschaffen, die Tim und andere Menschen (wieder) mögen (können). Sie versuchten ein attraktives, ja geradezu unwiderstehliches Wochenenderlebnis für sie zu gestalten und anzubieten. Sie hatten eine Vision! Ihre Gemeinde sollte tiefer und weiter wachsen.

White und Corcoran zielten dabei auf Wachstum in zweierlei Richtung: zum einen war es ihnen ein Anliegen, mit den Menschen, die bereits sonntags in den Kirchenbänken saßen, auf eine spirituelle Reise zu gehen, um sie tiefer in ihrer Gottesbeziehung wachsen zu lassen. Zum anderen verfolgten sie das ambitionierte Ziel, "Tim" an seinem jeweiligen Ort als Kirche anzusprechen, um auch ihm zu geben, wonach er sonst woanders sucht (und es nicht findet). Sie wollten ihm weiteres Wachstum ermöglichen. Dies lief natürlich nicht ganz ohne "Wachstumsschmerzen" ab, aber lesen Sie es am besten im Buch selbst nach.

Für mich war die Reise dieser Gemeinde, wie in diesem Buch beschrieben wird, eine herausfordernde, spannende und letztlich überraschende Geschichte. Bei der am Anfang beschriebenen (und uns so bekannten!) desillusionierenden Ausgangslage der Gemeinde schien jede positive Entwicklung eher unwahrscheinlich. Was sich dann in Baltimore entwickelte, kam daher für alle Beteiligten, und so auch für den Leser, völlig unerwartet. Es hat das Leben der Menschen in dieser Gemeinde grundlegend verändert. Sie scheinen Antworten gefunden zu haben auf die Herausforderungen an das Leben als Kirche und Gemeinde in unserer heutigen Zeit.

Nach der Lektüre und der anschließenden Diskussion im Kollegenkreis wollte ich mehr wissen. Ich wollte herausfinden, ob diese Ideen wirklich auch für uns hier in Europa adaptierbar sind. Es bot sich mir die Gelegenheit, als "Scout" für unsere Diözese nach Salzburg zu fahren, um bei einer Fortbildung von dem amerikanischen Pfarrer und seinem Assistenten zu lernen, was sie in ihrer katholischen Gemeinde, der Church of the Nativity in Baltimore, anders machen. Und ja, ich bin und war beeindruckt - inspiriert - angerührt von dem ganzen Erlebnis in Salzburg.

Die beiden Autoren beschrieben nicht eine schnelle oder gar "die" Patentlösung. Auch gab es keine allgemeingültige Strategie für Gemeindeentwicklung. Sie erzählten uns einfach ihre Geschichte. Sie erzählten von den Dingen, von denen sie glauben, dass sie auch in anderen Gemeinden weltweit allgemein gültig sein können.

Sie beschrieben uns ihre Blaupause eines Musterhauses... Wir können diese Blaupause an unsere Gegebenheiten anpassen und auf sie anwenden. Wir können beim Ausprobieren lernen, es könnte unsere Einstellungen verändern und wir können in diesem Prozess mehr darüber erfahren, was tatsächlich für uns passt.

Und es klang gut. Father White und Tom Corcoran zeichneten uns mit ihrer Vision ein hoffnungsvolles Bild von der Zukunft. Viele Vertreter österreichischer Gemeinden waren in Salzburg, die schon mit den Erkenntnissen von Rebuilt arbeiten, und sie berichteten von ersten Erfolgen. Vielleicht ist die Blaupause der Gemeinde aus Baltimore auch für unsere Diözese eine Inspiration für die Entwicklung der Pastoralen Räume, bei der Jüngerschaft und Evangelisierung weiter ausbuchstabiert werden.

Tom Corcoran sagte zu mir am Rande der Tagung: "I want to pour what`s in my cup in your cup!", "Ich möchte das, was in meiner Tasse ist, in deine gießen!". Er lud mich ein, während meines anstehenden Urlaubs in Amerika seine Gemeinde und das Wochenenderlebnis kennenzulernen.

Das werde ich auch tun - ausgerechnet am zweiten Liboriwochenende. Für uns Paderborner auch ein unwiderstehliches Erlebnis, aber die Einladung nach Baltimore konnte ich nicht ausschlagen... to be continued - Fortsetzung folgt...

Christian Gnida

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