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21. Juni 2017

Entflammen – Open Air Pfingstkonzert am Paderborner Marienplatz

Die Premiere wollten wir uns nicht entgehen lassen - nach vielen Vorüberlegungen, Ideen und Überzeugungsarbeit des Flurkollegen im Erzbischöflichen Generalvikariat gab es am Pfingstdienstag das erste citypastorale Angebot in der Paderborner Innenstadt. Entflammen - das Pfingstkonzert.

Cappuccino und Sonnenstrahlen nach einem kräftigen Schauer vorab. Unsere Paten-Pflegetochter aus Angola, 20 Jahre alt und seit zwei Jahren aktiv in der freikirchlichen Gemeinde ICF in Paderborn (International Christian Fellowship), war mit an Bord. Text- und melodiesicher. "Wir singen diese Lieder bei uns sonntags im Gottesdienst." Aha. Für uns katholische Oldies war das alles Neuland, offenkundig jugendliche Worshipmusik, richtig gut gemacht. Eingängig und irgendwie wie ein "normales" Konzert, wenn man nicht ab und zu "Je-sus" raushören würde. Und wenn da nicht die Zuhörer und Zuhörerinnen gewesen wären, denen man die Andacht ansah, unser Mädchen inklusive. Geradezu sprachgewaltig zwischendrin die Künstlerinnen der Theatergruppe Improsant (angedockt an die Katholische Hochschulgemeinde in Paderborn). Ich mag das ja sehr, wenn gute Theologie in gute Sprache verpackt wird. Und dann auch noch im wahrsten Sinne des Wortes "performed" wird. Respekt! Das macht Lust auf mehr Preacher-Slam auch in anderen (gottesdienstlichen) Zusammenhängen... Es fühlt sich gut an, sich von der nachwachsenden Generation überraschen zu lassen.

Dr. Annegret Meyer
Theologische Grundlagenarbeit im Projekt Bistumsentwicklung

 

Das war wahrhaft missionarisch! Einfach mal mitten in der Fußgängerzone eine Bühne mit Musikern, die christliche Lieder singen und zwar qualitativ so, dass es Freude macht zuzuhören und die beim ersten Hinhören kaum zu unterscheiden sind von der Musik, die uns tagtäglich aus dem Radio entgegenschallt . In den englischen Songs muss man ja auch erstmal richtig hinhören, um zu verstehen worum es geht. Viele wurden angelockt. Erster spannender Moment, als ein deutsches Worshiplied gesungen wird. Was machen die Leute wohl, die stehengeblieben sind? Nun hört man ja deutlich die Botschaft: Und: Es gibt offenkundige wenige, die deswegen weiter gehen.

Und dann der erste Slam zum Thema Gott - am Rand beobachte ich ein paar Jugendliche, die offensichtlich kontrovers diskutieren. Am Ende des Vortrags fängt einer von ihnen an zu applaudieren. Andere fallen ein. Ziel erreicht: Gemeinsam ins Nachdenken kommen. Gott in der Welt präsent machen. Ihn ins Wort bringen. Das trauen wir uns viel zu wenig. Als ich schon etwas vor dem Ende gehen muss, höre ich mit halben Ohr die Unterhaltung eines Ehepaars, das 500 Meter vom Ort des Geschehens weg vor dem Plakat von ENTFLAMMEN steht. Sie sagt zu ihm: "Siehste, da steht's! Am Ende gibt's ne Segnung!" Egal wie, egal was: Es ist etwas angekommen. Ich gehe weiter und denke: Wir müssen uns einfach viel mehr trauen unsere Botschaft den Menschen anzubieten! Und jeder kann frei entscheiden, was er damit macht. Weiter so!

Maren Gödde
Abteilung Jugendpastoral/Jugendarbeit im Erzbischöflichen Generalvikariat

 

Wir waren wohl alle aufgeregt. Das Wetter schlug Kapriolen. Zeitweise fiel Regen, Wind wehte eigentlich den gesamten Tag über und fegte am benachbarten Eiscafé die zuvor verteilten Flyer wieder halbwegs von den Tischen - Flyer für das gleich stattfindende "Entflammen"-Konzert der CityPastoral Paderborn.

Nur fünf kurze, dafür umso intensivere Wochen harter Proben und künstlerischer Arbeit lagen hinter uns und jetzt war der Moment wirklich gekommen. Doch punkt 15:50 Uhr - als das zehnköpfige Bühnenteam sich zum Gebet versammelte - riss der Himmel im wahrsten Sinne des Wortes auf, Sonnenstrahlen fielen auf uns und die sich langsam versammelnden Neugierigen und Besucher des Konzerts. Wir spürten, dass wir jetzt gleich, an diesem Ort, mit unserem festen Vertrauen auf den guten Gott, etwas Gutes tun werden.

Und als wir gestärkt und konzentriert die Bühne betraten, die erwartungsfroh blickenden 70 vielleicht 80 Menschen direkt vor der Bühne stehen und die Passanten, die ganz nah am Marienplatz vorbei gingen und neugierige Blicke zu uns und dem Geschehen warfen, in der aufscheinenden Sonne sahen, gab es einfach keinen Zweifel mehr.

Der Geist, der uns Pfingsten gegeben wurde, steckte uns an, und begeistert machten wir uns ans Werk. Wir legten unser Herz in jeden einzelnen Ton der Lieder die wir spielten und sangen, berichteten in unseren Worten, in unserer Poesie, wie Gott und unser Glaube an ihn in uns wirkt. Wir lebten aus, dass wir hofften, seine Anwesenheit spürbar werden zu lassen und seinen Segen zu empfangen. Da tanzten Menschen, sie sangen mit, sie hoben die Hände zum Himmel, klatschten und lauschten auch nur still.

Wir hatten ein Ziel, auf das wir hofften hinwirken zu können, von dem wir aber wussten, dass wir es in der Begegnung durch das Konzert nur fördern, aber nicht machen konnten. Wie ein Geschenk war es also für uns, als wir noch am gleichen Abend per Facebook hörten:

"Herzlichen Dank für das tolle Konzert. Mit Gänsehaut und Tränen in den Augen habt ihr mich erreicht ... manchmal glaube ich, dass der Herr da oben dafür sorgt, dass genau dass mir heute passieren sollte."

Er sorgt dafür, dass der Geist weht, und wir brennen dafür, dass uns etwas Gutes "passieren" kann.

Daniel Sprint
Citypastoral Paderborn

Dr. Annegret Meyer

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