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08. Juni 2017

Der vor dem Fenster

Es war beeindruckend. Tief beeindruckend und bewegend – anders kann und will ich gar nicht davon berichten, was ich glücklicherweise am Samstag 13.5. in Dortmund miterleben durfte.

Schon die allgemeine Atmosphäre im Industrieclub Dortmund war, trotz oder wegen, wer mag das schon unterscheiden wollen, der spürbaren Weite der montanen Ästhetik, der Energie moderner, internationaler Industriekonzerne, die klug mit dem pulsierenden Leben des direkt unter ihm passierenden Stadtlebens eine Verbindung einging, einmalig und gleichzeitig atemberaubend, wie auf der Brücke eines Hochseegiganten. 

Am Samstag war dies fühlbar; auf der Brücke eines großen Tankers, dessen Crew sich im Geist versammelt hatte, um über den Antrieb der uns voran bringt zu sprechen… es wehte ein Geist durch diese Brücke. Ein deutlich frischer, wilder, ungezähmter… fast frech war er, so wie er durch die gefühlt 100m breiten Fensterfronten des großen Saals vom alten Markt der Stadt zu den Anwesenden hoch in die Brücke starrte

Das Parallel-Bild sprang einem deutlich ins Gesicht – Heute waren zumeist Geistliche, Ordensleute, begeisterte der Evangelisierung zusammen gekommen, um hier die Chancen für einen neuen Deal zu erfühlen. Wie geht die innere, geistliche Neuausrichtung eines großen Flaggschiffs auf dem Kurs des Zukunftsbildes?

Interessiert folgte ich den Ausführungen der Präsentationsgruppe um Andrea Keinath – Geistliche Orte und spirituelle Zentren. Die musikalischen Impulse lockerten uns auf, machten uns fähig aus dem gewohnten Trott von Hören und Verfolgen der Informationen auszusteigen und empfänglich für etwas wirklich Bewegliches und Bewegendes zu werden.

Dieses Drängen zu bewegen, bewegt zu werden, im Angesicht der vielen verschiedene Menschen auf die wir die ganze Zeit auf den Marktplatz herab sahen und die uns nicht bemerkten. Es packte Martin Reinert förmlich und mit einer beinahe ungewohnten Ungestümtheit übernahm er aus einem Impuls heraus die Wortführung per Mikrofon und bat uns aufzustehen und an besagte Fensterfronten zu treten.

Nun, als fast alle 100 Teilnehmer an den Fenstern aufgereiht standen, wie Besucher vor dem Gehege einer seltenen Spezies, bemerkten die Passanten und Flaneure auf dem Markt auch uns, als sie herauf sahen.

„Dort sind die Menschen ÜBER die wir sprechen - um die es geht - die Ziel, Kern und Auftrag unseres Bemühens sind, die frohe Botschaft Jesu Christi weiter zu sagen. Ich bitte Sie: suchen Sie sich eine Person aus. Lenken sie ihr Augenmerk auf einen dieser Menschen dort unten - und dann gehen Sie mit ihrem Blick vielleicht noch 2-3 Personen weiter und bleiben Sie bei diesem Menschen. Fühlen Sie in ihn hinein: seinen Tag, sein Leben, sein Umfeld. Egal wie es um ihn stehen mag: ob er einsam ist, mit der Familie hier, er kirchenfern oder nah sein mag. Halten Sie ihn nur fest: in sich, in Ihrem Denken und Gebet. Beten Sie für genau diesen Menschen und empfehlen Sie ihn Gott an. Lieben sie ihn so, wie Gott ihn liebt“

Ich war ergriffen… noch heute… Tage später bin ich ergriffen von diesem frechen Geist der mich anfiel und nicht mehr los lässt. „Empfehlen sie ihn Gott an“ - „Er ging aus dem Haus“ - mein Geist ging aus mir heraus und strömte zu jemand Anderen… der Andere wurde mir näher als ich mir.

Dem Herrn sei Dank!

Daniel Sprint

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