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28. April 2017

Wie Akteure Gottesdienst erleben

Ich sitze gerade begeistert über einer eher trockenen Lektüre, wenn man aus dem Titel schließt: "Grundauswertung der Akteure" heißt das Dokument, in dem es einige Diagramme und viel Text gibt (78 Seiten!). Worum geht es?

Ich sitze gerade begeistert über einer eher trockenen Lektüre, wenn man aus dem Titel schließt: "Grundauswertung der Akteure" heißt das Dokument, in dem es einige Diagramme und viel Text gibt (78 Seiten!). Worum geht es?

Im Pastoralen Raum Warburg gibt es seit geraumer Zeit das Modellprojekt "Wort-Gottes-Feiern am Sonntag mit Kommunionspendung", wobei das Besondere ist, dass die Eucharistie jeweils aus den Hochämtern in Warburg und Scherfede abgeholt wird, während auf den Dörfern schon die Wort-Gottes-Feier begonnen hat. Damit wird die Einheit der Feier im großen Pastoralen Raum buchstäblich er-fahren und erfahrbar.

Zu einem Modellprojekt gehört auch eine Evaluation, sonst bringt es nix. Also hat es eine gründliche Befragung der beteiligten Akteure (von den Wort-Gottes-Feier-Leiter/Innen bis zu den Küster/Innen) gegeben, lesbar für die auswertende Begleitgruppe (mich inklusive) jetzt im benannten Dokument.

Und ich staune gerade, wie ich mich festlese in den ausführlichen Antworten. Es wird ehrlich nachgefragt und, soweit es sich aus dem Geschriebenen vermuten lässt, auch offen geantwortet. Einzelne, wenige Schwächen werden benannt, aber der Grundton ist positiv. So was von positiv. Diese neue Form des Gottesdienstes macht vor allem erst einmal die Beteiligten offensichtlich froh. Aus vielen Sätzen spricht, was wir sonst mühsam mit dem Wort "Taufberufung" zu fassen versuchen.

Da sind die Leiter/innen ganz beglückt über positive Rückmeldungen zu ihren Auslegungen des Tagesevangeliums. Und ja, es macht Arbeit, es kostet Mühe, sich vorzubereiten. Aber aus jedem Wort springt einem entgegen: Es lohnt sich.

Das macht direkt neugierig, selbst mal an einem dieser Gottesdienste teilzunehmen. Ich merke, wie sich die Freude aus diesem ehrenamtlichen Dienst auf meine Laune überträgt.

Man sollte vielleicht öfter mal nachfragen, wie die Akteure Gottesdienst erleben.

Dr. Annegret Meyer

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