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16. März 2017

Zwischen-Ebenen

"Man kann von einer kleinen Tradition sprechen", so formulierte es Prälat Dornseifer am Dienstag im Liborianum - und zwar von einer Tradition "n. Z.", "nach Zukunftsbild": Alle Dekanatsteams trafen sich am Dienstag zum dritten Mal zu einem gemeinsamen Fortbildungstag im Anschluss an die "klassische" Dechantenkonferenz.

"Man kann von einer kleinen Tradition sprechen", so formulierte es Prälat Dornseifer am Dienstag im Liborianum - und zwar von einer Tradition "n. Z.", "nach Zukunftsbild": Alle Dekanatsteams trafen sich am Dienstag zum dritten Mal zu einem gemeinsamen Fortbildungstag im Anschluss an die "klassische" Dechantenkonferenz. Gemeinsam weiter gehen bei der Aneignung des Zukunftsbildes ist das allgemeine Ziel der Veranstaltung.

In diesem Jahr ging es um die vier Handlungsfelder Evangelisierung, Ehrenamt, pastorale Orte und Gelegenheiten sowie Caritas und Weltverantwortung (siehe Videos). Als Frage stand im Raum, wie diese Handlungsfelder vor Ort wirksam werden können, um den Veränderungen in der Pastoral eine konzeptionelle Folie zu geben.

Im Austausch tauchten Fallstricke in der Verständigung auf: "Wir sollten aufpassen, dass wir den so genannten "Status quo" nicht ausspielen gegen die inflationäre Rede von Innovation in der Pastoral." Bieten die Handlungsfelder also "Spielwiesen", die die redlichen Vor-Ort-Arbeiter mit dem "pastoralen Alltagsgeschäft" noch weiter abhängen?

Das ist ein verbreitetes Missverständnis, das an der einen oder anderen Stelle im Erzbistum durchaus wirksam ist. Das gestrige Gespräch darüber weckt in mir die Lust, einmal genauer hinzusehen, wo solches inflationäre Reden über "Innovation" geschieht und wie es dann aussieht: Welche Dynamiken sind hier am Werk? Worum geht es denen, die so reden, und wie geht es denen, die zuhören? Gibt es Rückmeldungen und Anfragen dazu? Werden diese gehört?

Auch die "redlichen Vor-Ort-Arbeiter, die nicht abgehängt werden dürfen", beschäftigen mich. Ich würde gerne genauer wahrnehmen, wie es diesen Menschen geht. Und dann vom Geistlichen her ein Licht auf dieses Geschehen werfen - etwa auf dem Hintergrund des von Jesus immer wieder vorgelebten ehrlichen Interesses an den Leidenden und Überforderten: "Was soll ich dir tun?"

Für mich sind die Handlungsfelder eine Einladung, das pastorale Handeln insgesamt unter neuer Perspektive zu lesen und zu überdenken. Sie fallen nicht unter die klassischen Einteilungen pastoralen Handelns und können deshalb zur Unterbrechung von eingeschliffenen Gewohnheiten beitragen. Man gewinnt einen neuen Blick auf die Frage, wie wirksam das alltägliche Tun eigentlich ist.

In welcher Rolle sehen sich die Verantwortlichen im Dekanat? Eine kleine Sammlung zeigt das Foto. Dabei gibt es Rollen, die schon jetzt angefragt werden (Berater, Unterstützer), und andere, die gewünscht sind (Qualitätsmanagement, Koordination). Gerade die Zwischen-Ebene Dekanat hat da ein Alleinstellungsmerkmal. Wichtiges Nadelöhr: die Kommunikation. Oft genug noch gehen Dinge an den Dekanaten vorbei, erfahren die Beteiligten zu spät von Initiativen und Bedarfen. Das ist eine Hausaufgabe sowohl an die Diözesanebene wie auch an den Pastoralen Raum.

Man mag gegen den Sitzungskatholizismus wettern, aber gestern hat sich das Zusammensitzen gelohnt. 

Dr. Annegret Meyer

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