Detail - Zukunftsblick

„Offene Arme“ für die Verwaltungsleitung

13. Dezember 2017

Detlef Müller (Gemeindeverband).

Die Resonanz zur Infoveranstaltung beim Pastoralverbund Stockkämpen war groß.

Pfarrer Josef Dieste freut sich auf die Zusammenarbeit.

Philip Lahrmann, Pfarrer Josef Dieste und Detlef Müller stellten den Projektstand vor.

Gremien und Pastoralteam im Pastoralverbund Stockkämpen freuen sich auf Entlastung bei Verwaltungsaufgaben

„Offene Arme“ erwarten den künftigen Verwaltungsleiter, der zum 1. März 2018 seinen Dienst im Pastoralverbund Stockkämpen aufnehmen wird. Diese positive Aufbruchstimmung signalisierten die Vertreter des pastoralen Personals, der Kirchenvorstände und Pfarrgemeinderäte bei der Informationsveranstaltung „Verwaltungsleiter einführen“ am Dienstagabend im Pfarrheim in Halle/Westfalen. „Freude, Hoffnung, aber auch Erwartungen“ begleiten die Frauen und Männer aus den Gremien im Pastoralverbund das Pilotprojekt.

Der Pastoralverbund Stockkämpen gehört zu den sechs Piloträumen im Erzbistum Paderborn, in denen im März 2018 ein Verwaltungsleiter im Rahmen des Projekts „Kirchenverwaltung der Zukunft – Raum für Seelsorge“ eingeführt wird. Nach einem intensiven Auswahlverfahren in drei Stufen (Vorauswahl, Assessment Center sowie Gespräch mit dem Pfarrer) wurden geeignete Bewerber für die Verwaltungsleitung gefunden, so dass folgende „Piloten“ starten können: Pastoralverbund (PV) Büren, PV Dortmund-Ost, PV Menden, St. Ewaldi Dortmund, St. Petri Hüsten sowie PV Stockkämpen.

Annähernd 30 Festangestellte und Ehrenamtliche aus dem Pastoralverbund Stockkämpen bekundeten bei der Info-Veranstaltung ihr Interesse. Philip Lahrmann (Mitarbeiter im EGV für die Unterstützung der Verwaltung im Pastoralen Raum), Pfarrer Josef Dieste und Detlef Müller (Geschäftsführer des Gemeindeverbandes Minden-Ravensberg-Lippe) informierten über den aktuellen Stand.

Warum soll der Verwaltungsleiter eingeführt werden?

Eine Antwort gibt der Projektname selbst: „Kirchenverwaltung der Zukunft - Raum für Seelsorge“. Nach aktuellen Meinungsumfragen waren die Befragten zu 75 Prozent der Meinung, Pfarrer und Pastoralteams sind überlastet. „Wir müssen den Auswirkungen des Priestermangels entgegenwirken“, erklärte Philip Lahrmann. Außerdem gäbe es auch weniger Bewerber bei den Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten. Um neuen Raum für Seelsorge, pastorale Arbeit und Entwicklung zu schaffen, werden die pastoralen Mitarbeiter von Verwaltungsaufgaben befreit. Im Gesamtprojekt „Zukunftsbild für das Erzbistum Paderborn“ soll das Projekt „Kirchenverwaltung der Zukunft“ Entlastung schaffen. Zugleich, so stellte Lahrmann fest, könnten auch die Gremien wie Kirchenvorstand oder Pfarrgemeinderat bessere Unterstützung finden. Die Einführung des Verwaltungsleiters ist allerdings nur ein Punkt im Gesamtkomplex, an dem das Erzbischöfliche Generalvikariat Paderborn (EGV) eng mit den Gemeindeverbänden zusammenarbeitet. Auf der Liste stehen: Entwicklung von Dienstleistungszentren, verbesserte IT-Anwendungen und „KiTas verbinden“.

Warum hat sich der PV Stockkämpen um „Pilot“ beworben?

„Wir haben eine solche Position schon lange gefordert“, erklärte ein Teilnehmer stellvertretend für den Kirchenvorstand. Das EGV müsse keine Sorge haben, dass man einem Verwaltungsleiter ablehnend gegenüber stehe. „Wir wissen, dass es fünf vor Zwölf ist, und der Pfarrer von Verwaltungsaufgaben entlastet werden muss“, so der Kirchenvorstand weiter. Pfarrer Josef Dieste fand also breite Unterstützung in „seinem“ Pastoralverbund. „Es gab keine Blockierung hier für das Pilot-Projekt. Ich glaube, wenn alle mitmachen, haben wir alle etwas davon. Eigentlich ist es wie ein kleines Weihnachtsgeschenk, denn für den Pfarrer und das Ehrenamt wird es eine Entlastung geben“, so Dieste und wandte sich an die Vertreter der Kirchenvorstände: „Denn ohne ihre Hilfe, wäre die Arbeit in den letzten Jahren kaum machbar gewesen.“ Außerdem,  fügte  Müller hinzu, sei es klug gewesen, sich frühzeitig um das Pilotprojekt zu bewerben: „Denn der Verwaltungsleiter wird auch danach bleiben. Der Anspruch an den Piloten ist, dass wir gemeinsam lernen, wie es gehen kann.“

Welchen Nutzen hat der Pfarrer?

„Ich freue mich auf ein neues Zusammenspiel“, ist Pfarrer Dieste zuversichtlich und stellte sich mit einem Schmunzeln selbst die Frage: „Was mache ich mit der neugewonnen Zeit?“ Der Untertitel „Raum für Seelsorge“ gibt darauf auch für ihn die Antwort. Detlef Müller ergänzte, dass es in letzter Zeit ein Signal gewesen sei, dass Priester lieber in die zweite Reihe gerückt seien, anstatt in Pastoralverbünden Verantwortung mit vielen Verwaltungsaufgaben zu übernehmen. Vielleicht, so die Meinung aus der Runde, seien der neue Verwaltungsleiter und die gewonnene Entlastung durch ihn auch eine kleine Werbung für Pfarrer. Dem müssten sich weitere Maßnahmen in Paderborn anschließen, um dem Priestermangel entgegen zu wirken.

Wie profitieren die Gremien?

„Sie vor Ort sind Kunde und sollen vom Verwaltungsleiter profitieren“, versprach Detlef Müller und erläuterte das an einem Beispiel: Der Kirchenvorstand beschließt etwas, der Verwaltungsleiter setzt um – von Fall zu Fall in Rücksprache mit den Fachleuten im Gemeindeverband. „Der bisherige Außendienstmitarbeiter des Gemeindeverbandes war ihr guter Kontakt in die Gemeinde. Er wird in der Startphase das Projekt auch unterstützen, obwohl er andere Aufgaben übernimmt. Zur ihrer Beruhigung kann ich auch sagen, dass kein Mitarbeiter bei dieser Umstellung nun auf der Strecke bleibt.“

Auch die Pfarrsekretärinnen sollen vom Verwaltungsleiter profitieren. Keine Pfarrsekretärin werde durch die Einstellung ersetzt. Zugleich erhoffe man sich Mehrwert und Energie durch die Zusammenarbeit.

Wer ist der Verwaltungsleiter?

Das Profil des Verwaltungsleiters ist so definiert: Der Verwaltungsleiter ist ein Generalist, aber bei Fachfragen kennt er die Wege und knüpft Kontakte zu den Fachleuten. Der Verwaltungsleiter ist angestellt beim Gemeindeverband, hat aber seinen Arbeitsplatz direkt vor Ort. „Es ist ein Job, den es bisher in den Gemeinden des Erzbistums Paderborn so nicht gibt“, stellte Philip Lahrmann fest. Dennoch habe man sich bei den Aufgabenbeschreibungen in anderen Bistümern erkundigt und Ideen angeglichen. „Der Verwaltungsleiter ist ein Herzstück der Gemeinde, der sowohl vor Ort aktiv mitarbeitet als auch mit den Gemeindeverbänden“, stellte Detlef Müller klar. In den nächsten Wochen, so Pfarrer Dieste, werde man den ausgewählten Verwaltungsleiter dann auch vor Ort vorstellen.

Wie ist die Stimmung vor Ort?

„Wir freuen uns und sind offen für das Projekt“, fassten die Gremienvertreterinnen und -vertreter zusammen: „Pfarrer und Kirchenvorstand werden entlastet. Wir warten schon gespannt auf das Kennenlernen unseres Verwaltungsleiters.“

Wie geht es weiter?

Vorgespräche und Workshops mit den Teams und Gremien im Pastoralverbund sind auf dem Weg bis zum 1. März schon terminiert. „Ich könnte mir dann im März auch eine öffentliche Einführung mit einem Gottesdienst – ähnlich wie bei Gemeindereferenten – vorstellen“, wünscht sich Philip Lahrmann den Austausch vor Ort. Offiziell endet das Pilotprojekt am 28. Februar 2019, aber mit dem Willen auf Fortsetzung. „Es ist ein enger Zeitplan, in dem wir hoffen konkrete Erfahrungen sammeln zu können, von denen weitere Räume profitieren können“, hofft Philip Lahrmann. Und Detlef Müller ergänzte: „Es ist nicht die Frage, ob es hier weitergeht, sondern wie es weitergeht. Es ist ein miteinander Ausprobieren.“

  

Hintergrund:
Der Pastoralverbund Stockkämpen ist ländlich geprägt. Fünf der sechs Kirchen liegen zentral in den fünf größeren Gemeinden bzw. Städten. Zahlreiche Dörfer und einzelne Häuser liegen auf weiter Fläche um diese herum.
Ein geringer Anteil der Bevölkerung (14,93%) ist katholisch, das entspricht knapp 12.000 Menschen. Der größte Teil der Gesamtbevölkerung von gut 81.500 Personen besteht aus evangelischen Christen.
Der Raum erstreckt sich über 301,48 km². Somit ist die Fläche des Pastoralverbundes Stockkämpen sehr groß, gemessen an der Anzahl der dort wohnenden Katholiken.(Quelle: www.pastoralverbund-stockkaempen.de)


Beitrag drucken

Weitere Artikel

Studientag zu Wort-Gottes-Feiern

Alle Interessierten sind eingeladen, die durch das neue Diözesangesetz ermöglichte Form der Wort-Gottes-Feier […]

23. Januar 2018

Kat: Zukunftsblick
> mehr

Schulung zum Potenzialcoach

Für alle, die sich mit eigenen Talenten und Fähigkeiten auseinandersetzen wollen oder die Begabungen anderer […]

16. Januar 2018

Kat: Zukunftsblick
> mehr

Kräfte wecken für ein neues Miteinander

Die Entwicklung einer neuen Kultur des Miteinanders ist das Ziel einer Fortbildung, die die Katholische […]

10. Januar 2018

Kat: Zukunftsblick
> mehr

Verwaltungsleitung soll Pfarrer und Gremien entlasten

Gesamtpfarrei St. Ewaldi Dortmund ist Pilotraum für neue Kirchenverwaltung […]

29. Dezember 2017

Kat: Zukunftsblick
> mehr

Weihnachten mit Inhaftierten

Weihnachten ist für die Gefängnis-Seelsorger der JVA Bielefeld-Senne zugleich eine besondere Herausforderung […]

22. Dezember 2017

Kat: Zukunftsblick
> mehr
nach oben