Detail - Zukunftsblick

Die Zukunft wird anders als gewünscht

22. November 2017

Präsentation der Szenarien beim Diözesanen Forum in Unna

Was bringt die Zukunft für die Kirche im Erzbistum Paderborn? Antworten darauf haben Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Diözesanen Forums zum Zukunftsbild für das Erzbistum Paderborn am 29. und 30. September 2017 gegeben.

Was bringt die Zukunft für die Kirche im Erzbistum Paderborn? Antworten darauf haben Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Diözesanen Forums zum Zukunftsbild für das Erzbistum Paderborn am 29. und 30. September 2017 gegeben. In einer Ausstellung mit möglichen Zukunftsszenarien wählten sie ihre Wunsch- und Erwartungsbilder. Ihre Bewertungen ergeben das Bild einer Gesellschaft, in der Glaube allgemein an Bedeutung verliert, für die Kirche aber auch Chancen erkennbar sind.

Auffällig an den Bewertungen ist, dass Wunsch und Erwartung nicht übereinstimmen und wie unterschiedlich die Erwartungen aussehen. Die Teilnehmer der Umfrage erleben die Welt zunehmend als säkular und auf Wettbewerb ausgerichtet, wünschen sich aber eine Gesellschaft, die von solidarischer Gemeinschaft geprägt ist. Bei den verschiedenen Wunsch-Welten hat sich ein klarer Favorit herausgeschält: die multi-kulturelle Solidargesellschaft.

Deutliche Unterschiede gibt es bei der Frage, welches der Szenarien am ehesten eintreffen wird. Allgemein geteilt wird hier nur die Einschätzung, dass es nicht so sein wird, wie wir es uns wünschen. Die beiden Szenarien, die am häufigsten erwartet werden, sind: eine säkulare, von Verteilungskämpfen geprägte Stressgesellschaft und eine Gesellschaft, die von breitem Wohlstand und dem freien Wettbewerb der Sinnfindungen geprägt ist.

Aus beiden Szenarien lassen sich verschiedene Herausforderungen und Chancen für die Kirche ableiten. Im Fall des Szenarios "Säkulare Verteilungskämpfe" stehen viele Zeichen auf drastischen Bedeutungsverlust für Glaube und Religion. Weil ein liberaler Staat der sozialen Spaltung der Gesellschaft nicht entgegen steuert, wird die Zahl der notleidenden Menschen zunehmen. Gleichzeitig sinkt die Bereitschaft zum Engagement. Glaubensinstitutionen wie die Kirchen werden als Initiatoren und Träger von diakonischen Hilfen gefordert sein, obwohl sie dafür keine Unterstützung bekommen.

Im Szenario "Wettbewerb der Sinnfindungen" sind die Chancen vielschichtiger. Positives Lebensgefühl, Gemeinschaftssinn und eine Werthaltung, in der Konsum und Karriere kaum Bedeutung haben, prägen ein Klima, in dem der christlichen Botschaft mit großer Offenheit begegnet wird. Allerdings ist Religion in dieser Welt ein Angebot neben vielen weltlichen Sinnstiftungs-Angeboten, die sich jeder nach seinen individuellen Vorlieben zusammenstellt. Kirchen verlieren sowohl an Autorität in Sinnfragen als auch an Bedeutung als Träger von sozialen Hilfsdiensten.

Alle neun Szenarien sind im Internet veröffentlicht unter www.zukunftsbild-paderborn.de/szenarien. Die ausführlichen Beschreibungen können auch als gedruckte Broschüre bestellt werden. Szenarien loten aus, welche Entwicklungen sich verantwortet denken lassen, wenn man von heute in Richtung Zukunft blickt. Sie sind entstanden aus der methodisch geleiteten Projektion von unterschiedlichen Faktoren, die Einfluss auf die künftige Entwicklung des kirchlichen Umfelds haben könnten.

Jedes Szenario ist in sieben Kapiteln detailliert beschrieben. Dazu gibt es Aussagen von drei fiktiven Personen, die in der jeweiligen Szenarien-Welt leben. Die Szenarien wollen so Angebote machen, Erwartungen und Hoffnungen an die Zukunft der Kirche ins Gespräch zu bringen.

Darauf haben sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Diözesanen Forums 2017 eingelassen - mit der Erkenntnis, dass sie von tiefgreifenden Veränderungen für die Kirche ausgehen müssen. Teilnehmer beim Forum waren Frauen und Männer, die auf unterschiedliche Art in der Entwicklung des Erzbistums Paderborn engagiert sind. 33 Personen hatten sich während der Veranstaltung an der Bewertung der Szenarien beteiligt.


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