Detail - Zukunftsblick

"Jetzt staubt's!"

09. November 2017

In Zeiten großer kirchlicher Umbrüche finden am 11. und 12. November 2017 Pfarrgemeinderatswahlen im Erzbistum Paderborn statt

Am kommenden Wochenende sind im Erzbistum Paderborn etwa 1,3 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Wie in allen (Erz-)Diözesen Nordrhein-Westfalens werden auch in der Paderborner Ortskirche die Pfarrgemeinderäte für die nächsten vier Jahre gewählt. Erstmals sind bei dieser Wahl alle katholischen Christen ab 14 Jahren wahlberechtigt, bisher betrug das Mindestalter 16 Jahre. Die Wahl steht unter dem Motto "Jetzt staubt's!". Wer seine Stimme abgeben möchte, kann dies am 11. und 12. November 2017 in seiner Pfarrgemeinde vor und nach den Gottesdiensten tun. Genauere Informationen zu Orten und Zeiten erhält man über die jeweiligen Pfarrbüros, Schaukästen oder Internetseiten der Kirchengemeinden.

Im Erzbistum Paderborn ist Matthias Kolk, Referent für Rätearbeit im Erzbischöflichen Generalvikariat, Ansprechpartner für diesen wichtigen Termin der Gremien der pastoralen Mitverantwortung. Lesen Sie seine Gedanken zur Wahl in nachfolgendem Interview.

pdp: "Jetzt staubt's" - welche Assoziationen verbinden Sie mit dem Motto der diesjährigen Pfarrgemeinderatswahlen?

Matthias Kolk: Wenn Staub aufgewirbelt wird, ist das ein Zeichen von Aktion und Veränderung - immer in der Hoffnung, dass es nach Entstauben oder Umbau hinterher schöner aussieht als vorher. Wichtig ist es, das passende Gerät zur Hand zu haben: Manche Dinge müssen vorsichtig entstaubt werden mit einem Staubwedel, manchmal ist aber auch eine Bohrmaschine nötig um dicke Bretter zu bohren. Für einen Pfarrgemeinderat ist es hilfreich, wenn es Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten gibt, die den Blick dafür haben was gerade gebraucht wird. Immer geht es aber darum, anzupacken und die Herausforderungen mit Schwung anzugehen.

pdp: Warum glauben Sie, könnte es stauben?

Matthias Kolk: Kirche ist derzeit im Umbruch. Das hat aber nicht nur mit Umstrukturierungen im Zuge der Errichtung der Pastoralen Räume zu tun. Die Menschen und ihre Art und Weise, Glauben zu leben verändert sich. Das bedeutet: Manche alte Tradition muss vielleicht entstaubt werden, damit die alten Farben wieder zum Leuchten kommen; andere Traditionen haben vielleicht früher ihre Bedeutung gehabt, helfen aber jetzt nicht mehr. Dann ist es gut, sie vorsichtig einzupacken und Platz für Neues zu machen. Da kann ich mir gut vorstellen, dass es staubt.

pdp: Welches Handwerkszeug können Sie Organisatoren und Interessenten an die Hand geben?

Matthias Kolk: Für die neue Amtszeit wird ein Handbuch erstellt, das neben vielen Ideen und praktischen Impulsen auch Materialien enthält, die die Arbeit erleichtern sollen. Wie schon bei der letzten Wahl stellen wir das allen (Gesamt)Pfarrgemeinderatsmitgliedern zur Verfügung. Außerdem finden in den Dekanaten verschiedene Angebote im ersten Halbjahr 2018 statt, die ebenfalls unterstützen und auf die unterschiedlichen Bedarfe eingehen möchten. Die neuen Gremien erhalten dazu noch eine Einladung.

pdp: Warum lohnt es sich auch heute noch, sich in die Arbeit des Pfarrgemeinderates einzubringen?

Matthias Kolk: Die Deutschen Bischöfe haben ihr Wort zur Erneuerung der Pastoral aus dem Jahr 2015 überschrieben mit: "Gemeinsam Kirche sein." Mittlerweile gibt es dazu auch eine Internetseite und eine Arbeitshilfe, in der viele praktische Erfahrungen beschrieben werden - auch von Pfarrgemeinderäten. Aus meiner Sicht braucht es weiterhin Gelegenheiten, an denen dieses "gemeinsam Kirche sein" deutlich wird, und diese Gelegenheiten müssen geschaffen werden. Davon wird Lebendigkeit und Präsenz der Kirche in Zukunft abhängen. Der Pfarrgemeinderat kann solch ein Ort sein, und aus meiner Erfahrung haben sich in den vergangenen vier Jahren viele Mitchristen dort engagiert, weil sie in ihrem Leben positive Glaubenserfahrungen gemacht haben und möchten, dass auch andere solche Erfahrungen machen können. Dafür lohnt sich der Einsatz!

pdp: Haben Sie persönliche Erfahrungen als Mitglied eines Pfarrgemeinderates?

Matthias Kolk: Ich bin Mitglied in mehreren Pfarrgemeinderäten gewesen, zuletzt in der Pfarrei St. Aegidius in Bornheim-Hersel - das liegt etwas nördlich von Bonn am Rhein im Erzbistum Köln. Die Gremien haben sehr unterschiedlich gearbeitet. Für mich ist der jeweilige Pfarrgemeinderat aber immer ein starker Ausdruck eines bestimmten Verständnisses von Kirche gewesen: Wir sind gemeinsam Kirche, und setzen uns füreinander und für die Botschaft Jesu Christi vor Ort ein. Auch wenn manche Sitzung recht mühselig war, ich habe aus diesem gemeinsamen Einsatz für die Kirche auch viel Kraft geschöpft.

Weitere Informationen zur PGR-Wahl 


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