Detail - Zukunftsblick

Gespräche mit pastoralem Personal: Abschluss in Paderborn

06. Juli 2017

Erzbischof Hans-Josef Becker blickte ermutigt auf die Begegnungstage des Pastoralen Personals im Erzbistum Paderborn.

Unterschiedliche Statements aus den verschiedenen Berufsgruppen gaben Pastor Michael Krischer, Gemeindereferentin Alexandra Boxberger, Moderatorin Jutta Tacke, Diakon Theo Breul und Pfarrer Michael Schmidt (v.l.).

Das Zukunftsbild sei kein „Schreibtischdokument“ meinen Monsignore Andreas Kurte (links) und Monsignore Dr. Michael Bredeck.

Rund 260 Seelsorgerinnen und Seelsorger kamen zum letzten der drei Gespräche mit Erzbischof Hans-Josef Becker im Heinz Nixdorf Museumsforum in Paderborn zusammen. Zuvor hatte sich die Bistumsleitung mit 120 Personen in Arnsberg-Neheim und mit 220 Seelsorgern in Dortmund getroffen.

Rund 260 Seelsorgerinnen und Seelsorger kamen zum letzten der drei Gespräche mit Erzbischof Hans-Josef Becker im Heinz Nixdorf Museumsforum in Paderborn zusammen. Zuvor hatte sich die Bistumsleitung mit 120 Personen in Arnsberg-Neheim und mit 220 Seelsorgern in Dortmund getroffen. Leitwort der drei Veranstaltungen war "Zwischen Anforderung und Überforderung - Pastorales Personal und Kirchenentwicklung". Ziel war der Austausch der hauptamtlichen Seelsorger in den Gemeinden, Pastoralverbünden und Pastoralen Räumen des Erzbistums: Was bewegt im Arbeitsalltag? Was bereitet Freude, was Probleme und Verärgerung? Dabei bildete das von Erzbischof Hans-Josef Becker 2014 in Kraft gesetzte "Zukunftsbild für das Erzbistum Paderborn" den Hintergrund. 

Erzbischof Hans-Josef Becker bezeichnete die Veranstaltung als "einen weiteren Schritt des Erzbistums in Richtung Zukunft", den es in dieser Form bisher noch nicht gegeben habe. Der Weg des Zukunftsbildes sei aufgrund unterschiedlicher Deutungen, aber auch aufgrund biografischer Erfahrungen anspruchsvoll. Umso wichtiger sei Verständigung und Austausch. Es komme darauf an, miteinander zu lernen und auf dem Weg zu bleiben. "Wir sind und bleiben eine lernende Gemeinschaft, die nicht mit allem fertig ist, sondern auf dem Weg bleibt." Ein achtungsvoller, ehrlicher und vertrauensvoller Austausch mit dem Ziel einer Vergewisserung sei wesentlich. 

Vertreter verschiedener Berufsgruppen des Pastoralen Personals beleuchteten in Schlaglichtern gegenseitige Erfahrungen und Erwartungen zwischen Bistumsleitung und der Seelsorge vor Ort. Pfarrer Michael Schmidt aus Meschede, Pastor Michael Krischer aus Versmold, Diakon Theo Breul aus Paderborn und Gemeindereferentin Alexandra Boxberger aus Paderborn betonten das gute Miteinander in den Pastoralteams, das die Arbeit motiviere. Pfarrer Schmidt berichtete, dass oftmals der Wunsch an ihn herangetragen werde, die Kirche solle im Dorf bleiben. "Dafür muss das Dorf aber auch in der Kirche bleiben", so Pfarrer Schmidt weiter. Was für die jeweiligen Berufsgruppen wichtig sei, sei Wertschätzung der Mitarbeiter, so Gemeindereferentin Boxberger. Pastor Krischer wünscht sich eine Stärkung der priesterlichen Identität. Mehr Tempo und mutige Entscheidungen, um einer Lethargie entgegen zu wirken, ist der Wunsch von Diakon Breul und für Pfarrer Schmidt ist es wichtig, dass die Veränderungen vor Ort auch von der Bistumsleitung mitgetragen werden.  

Als Vertreter der Bistumsleitung sagte Monsignore Dr. Michael Bredeck, dass Schritte in Richtung Zukunft bereits mit den jetzt stattfindenden Begegnungen und Vergewisserungen gegangen werden. Das Zukunftsbild sei kein "Schreibtischdokument". Ihm bereite Freude, dass das Verständnis wachse und viele Menschen kreativ mit dem Zukunftsbild mitgehen und mitarbeiten würden, so der Leiter des Projekts Bistumsentwicklung.  

Die Besetzung von Stellen in der Pastoral sei für ihn komplexer und schwieriger geworden, sagte Monsignore Andreas Kurte: Es sei ihm ein Anliegen, dass die Person auch zur neuen Stelle passe und die Stelle den Seelsorger nicht überfordere, so der Leiter der Zentralabteilung Pastorales Personal im Erzbischöflichen Generalvikariat. "Ich erwarte eine Mitgehbereitschaft von allen mit ihren Stärken und Schwächen." 

"Das Pastorale Personal ist für mich wesentliches Grundpotential für das Leben in der Kirche", betonte Erzbischof Hans-Josef Becker. Zentral sei ihm eine solidarische Stärkung untereinander. Das erfordere einen ehrlichen und offenen Umgang. "Ein unaufrichtiger Umgang ärgert mich. Wir müssen uns darüber bewusst werden, dass die Kirche sich in den nächsten Jahren stark verändern wird. Ich sehe uns auf dem Weg in eine 'säkulare Diaspora' in der Gesellschaft." Diese Entwicklung müsse allen bewusst sein. Das Zukunftsbild sei in seinen Augen die einzige Möglichkeit. "Eine Alternative hat mir noch Niemand aufgezeigt. Ich wünsche mir deshalb ein offenes und ehrliches Dasein und Mitgehen in der Kirche zum Heil der Welt." 

Aus den Tagen für das Pastorale Personal nimmt jeder Teilnehmer seine ganz eigenen Eindrücke und Wünsche mit. Für Monsignore Kurte ist dies zum Beispiel die offene Kommunikation zwischen Bistumsleitung und dem Pastoralen Personal: "Ich habe diese konstruktive Art der Kommunikation bisher noch nicht so häufig erlebt. Das war für mich sehr bereichernd und ich wünsche mir, dass sie anhält." "Wir haben uns bereits sehr gut im Sinne des Zukunftsbildes entwickelt", stellt Monsignore Bredeck hinaus, "doch wir müssen uns weiterhin noch viele Gedanken machen und dabei alle Ebenen in die Überlegungen mit einbeziehen. Ein Ende des Weges ist noch nicht zu sehen." Auch Prälat Dornseifer verspürt eine hohe Zufriedenheit hinsichtlich der Offenheit und Ehrlichkeit, die alle drei Tage über zu finden war. "Nun ist es unsere Aufgabe, diesen Austausch weiter zu pflegen und die Fragen der Zukunft sinnvoll zu stellen", so Prälat Dornseifer.  

Die Erwartungen von Erzbischof Becker waren vor Beginn der Begegnungen sehr durchmischt. "Das gebe ich ehrlich zu", so der Erzbischof. "Doch ich gehe sehr ermutigt aus diesen Tagen heraus und bin sicher, dass wir ein gutes Rüstzeug erarbeitet haben. Dankbarkeit, Zuversicht und Nachdenklichkeit - das sind die drei Emotionen, mit denen ich nun die nächsten Schritte angehen werde." Die Begegnung und die Zusammenführung der Berufsgruppen habe er als einen förderlichen Austausch und wertvolle Ermutigung erfahren.


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