Detail - Zukunftsblick

Wie geht Glaubensweitergabe in der heutigen Zeit?

28. Juni 2017

Wie geht Glaubensweitergabe heute? Damit befassten sich in der Katholischen Akademie Schwerte 30 Frauen und Männer aus dem Erzbistum Paderborn.

Das Thema "Evangelisierung" stand im Mittelpunkt eines Studientages, zu dem am Freitag 30 Frauen und Männer in die Katholische Akademie Schwerte kamen. Damit befasste sich die Veranstaltung mit der Frage nach der Glaubensweitergabe in der heutigen Zeit.

Das Thema "Evangelisierung" stand im Mittelpunkt eines Studientages, zu dem am Freitag 30 Frauen und Männer in die Katholische Akademie Schwerte kamen. Damit befasste sich die Veranstaltung mit der Frage nach der Glaubensweitergabe in der heutigen Zeit. Die Anregung zu dem Studientag war aus dem Diözesanpastoralrat gekommen. Das Beratungsgremium des Paderborner Erzbischofs hatte bereits im Herbst des vergangenen Jahres über das Thema Evangelisierung beraten und eine weitere Vertiefung im Rahmen einer eigenen Veranstaltung vorgeschlagen.  

Der Studientag begann mit persönlichen Erfahrungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit dem Thema "Evangelisierung". Dabei wurde deutlich, dass der Begriff "Weitergabe des Glaubens" heute ein breites Spektrum umfasst. Nur einige Formulierungen, mit denen die Teilnehmer ihr Verständnis von Evangelisierung beschrieben: über den Glauben ins Gespräch kommen; ein echtes Beziehungsangebot machen; Freude im Glauben erfahren und andere Menschen dafür gewinnen; das eigene Leben so leben, dass es bei anderen Fragen produziert; soziales Engagement aus dem Glauben heraus.  

In einem zweiten Schritt stand eine Auseinandersetzung mit dem Apostolischen Schreiben "Evangelii Nuntiandi" (1975) von Papst Paul VI und "Evangelii Gaudium" (2013) von Papst Franziskus auf dem Programm, zwei kirchenamtliche Dokumente, in denen das Thema "Evangelisierung" eine große Rolle spielt. Auch mit Aussagen des Zukunftsbildes für das Erzbistum Paderborn beschäftigte sich die Gruppe.  

Die anschließende Diskussion drehte sich vor allem um die Frage, auf welchem Weg die Weitergabe des Glaubens am besten stattfinden könne. Im Blickpunkt stand dabei das Verhältnis zwischen dem gelebten Glaubenszeugnis ohne Worte und dem Glaubenszeugnis mit Worten. Bei den Teilnehmern herrschte Einigkeit, dass beide Zeugnisse gleich wichtig seien und nicht einander unter- bzw. übergeordnet werden dürften. Sie hielten fest, dass das gelebte Zeugnis ohne Worte nicht nur eine Angelegenheit von Einrichtungen wie der Caritas sei, die sich um Menschen in Notlagen kümmere, sondern auch des einzelnen Christen. Das Zeugnis ohne Worte funktioniere aber nur dann, wenn die betreffende Person ein Bewusstsein davon habe, "evangelisierend" tätig zu sein.  

Im Zuge der Diskussion wurde die Vermutung geäußert, dass in der Kirche gegenwärtig das Zeugnis ohne Wort stärker betont werde. Da Erfahrungen fehlten, sei das Zeugnis mit Worten für viele Menschen schwierig. Ein Grund dafür könne sein, dass das Zeugnis mit Worten lange ausschließlich als Sache von Hauptamtlichen angesehen worden sei, so dass alle anderen Gläubigen es mehr oder weniger verlernt hätten.  

Zu dem Studientag "Evangelisierung" trafen sich Mitglieder des Diözesanpastoralrates, Interessierte aus verschiedenen Feldern der Pastoral sowie mehrere Ehrenamtliche. Der Tag war eine Veranstaltung auf dem Weg zum Diözesanen Forum am 29. und 30. September 2017. Dabei handelt es sich um eine Veranstaltungsreihe, mit der das Erzbistum alle Interessierten einlädt, wichtige Themen für die Entwicklung des Erzbistums kennenzulernen, darüber zu diskutieren und voranzubringen. Da am Diözesanen Forum selbst nur eine begrenzte Anzahl von Menschen teilnehmen kann, werden auch außerhalb des Forums wichtige Themen bewegt, die bei der weiteren Entwicklung des Erzbistums von Bedeutung sind. Das sind teilweise auch Themen, die im Zukunftsbild nur angedeutet sind oder beiläufig erwähnt werden. 


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