Detail - Zukunftsblick

Ein zukunftsträchtiger Beruf

13. April 2017

Erzbischof Hans-Josef Becker im Austausch mit Studierenden der Religionspädagogik.

Erzbischof Hans-Josef Becker im Austausch mit Studierenden der Religionspädagogik.

Erzbischof Becker traf sich mit Studierenden der Religionspädagogik und sprach mit ihnen über die Zukunft des Berufs der Gemeindereferentin/des Gemeindereferenten.

"Ein zukunftsträchtiger Beruf. Sie sind Bindeglied zwischen der Gemeinde und den ehrenamtlichen engagierten Mitarbeitern", umschrieb Erzbischof Hans-Josef Becker die Bedeutung des Berufs der Gemeindereferentin und Gemeindereferenten. Zugleich sei aus einer positiven Überzeugung wachsende Glaubwürdigkeit wichtig, um eine sympathische Begleitung der Menschen, wie er vor mir stehe, zu gewährleisten.

Zu einem Begegnungsabend hatten die Studierenden der Religionspädagogik, die sich für das Erzbistum Paderborn zu Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten ausbilden lassen, Erzbischof Hans-Josef Becker eingeladen, um sich mit ihm über Berufung, Aufbruch und Zukunft zum Berufsbild Gemeindereferent auszutauschen. "Das Interesse und die Identifikation mit dem Erzbistum wächst bei den Studierenden, so dass es ein guter Zeitpunkt ist, sichtbar zu machen, wer auf dem Weg ist, Gemeindereferentin oder Gemeindereferent zu werden", begrüßte Ausbildungsleiterin Cordula Picht den Erzbischof. "Wir freuen uns auf diese Begegnung und den Austausch, der am Zukunftsbild orientiert ist", trug Ana Jezildic, Studentin im fünften Semester, ihre Erwartungen vor.

33 Studierende unterschiedlicher Semester waren ins Konrad-Martin-Haus gekommen. "Alle Regionen des Erzbistums sind gut vertreten, nur der Süden nicht. Dafür haben wir eine Studentin, die aus Hamburg kommt", leitete Ana Jezildic die Vorstellungsrunde ein. Glauben in der Familie gelebt, über Jugendarbeit in der Gemeinde die "Kirche im Mittelpunkt" des Lebens gehalten oder aktiver Ministrantendienst - hier glichen viele Lebensläufe einander. Differenzierter stellten sich dann die Folgejahre der Studierenden dar: vom direkten Weg ins Studium über die "Umwege" kaufmännische Lehre, Lehramts- oder Pädagogikstudium.

Es sei auffällig, dass es bei den Studierenden weniger klare Wege gebe, stellte auch Ausbildungsleiterin Cordula Picht fest: "Es nimmt zu, dass sich unsere Bewerber umorientiert haben. Oft durch Hinweise anderer Menschen oder Lebenserfahrungen."

Nach der Sozialisation durch Familie und Gemeinde sei erst Pädagogik das Berufsziel gewesen, erzählte Erzbischof Becker aus seinem persönlichen Werdegang. Mit dem Berufswunsch des Lehrers habe vor allem die Zusammenarbeit mit jungen Menschen im Vordergrund gestanden. Doch in der Referendarzeit habe er sich die Frage gestellt: "Ist das alles?". Das Theologiestudium habe ihm sehr viel Freude gemacht, und so habe er den Weg eingeschlagen, Pfarrer zu werden.

Das Studium in Verbindung mit der KatHO und dem Pauluskolleg, in dem die Studierenden im ersten Jahr wohnen, sei sehr praxisnah im Vergleich zu anderen Studien und biete ein umfangreiches Programm, brachten Studierende in die Diskussion ein und wollten vom Erzbischof eine Empfehlung, was in einem Studium gelernt werden müsse. "Dafür gibt es kein Patentrezept", so Erzbischof Hans-Josef Becker, "Das Studium ist eine einleitende Phase für das Rüstzeug zum Beruf. Wir müssen offen bleiben. Wollen wir eine Laborsituation, die immer so bleibt? Eher nein, da wir doch in die Zeit eingeflochten sind. Bringen Sie eine positive Einstellung mit. Nicht alles ist schlecht, was neu auf uns zukommt." Schließlich gab der Erzbischof den Studierenden noch einen Leitspruch mit auf den Weg: "Ich erwarte, dass ich nie fertig bin."

Viele Studierende beschrieben KatHO und Pauluskolleg als Zuhause - das ein Gefühl mit Gemeinschaftssinn vermittele, das mit "Leben - Glauben - Lernen" gut beschrieben sei, beschrieben viele Studierende ihre Situation. Zugleich seien beide spirituelle Orte, an dem man sich ausprobieren könne. Dem stimmte der Erzbischof zu, denn es müsse mehr als nur das Handwerkszeug durch das Studium für den Beruf geben: "In der Seelsorge gibt es Pflicht und Kür im Sinne der Menschen in Grenzsituationen. Mensch, Du bist mir willkommen. Zugleich spielt berufliche Diskretion eine große Rolle."

"Wo kann ich meine Charismen einbringen und mit Stärken und Talenten wirken?" Diese Grundsatzfrage im Zukunftsbild für das Erzbistum Paderborn ist für die Studierenden auch eine Frage an die Zukunft des Gemeindereferenten. "Augenhöhe hat etwas mit Wertschätzung zu tun, und nicht mit der Unterscheidung von geweiht oder ungeweiht", machte Erzbischof Hans-Josef Becker den jungen Menschen Mut, mit Perspektive an ihre zukünftigen Aufgaben heranzugehen und einen interessanten Job mit Leben zu füllen.


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