Detail - Zukunftsblick

Ehrenamtliche: Mit Herzblut bei der Sache

05. Dezember 2016

Lea Filliponi begleitet Ehrenamtliche im Kinder- und Jugendzentrum Haus der Offenen Tür in Meschede.

Paul Schleimer aus Unna ist Pfarrgemeinderatsmitglied und arbeitet in der AG Ehrenamt mit.

Lea Filliponi aus Meschede und Paul Schleimer aus Unna, beide Ehrenamtskoordinatoren, berichten über ihre Arbeit. Insgesamt finden im Erzbistum Paderborn in den kommenden Jahren sechs Ausbildungskurse zum Ehrenamtskoordinator statt.

Die Zukunft des Ehrenamtes ist ein wichtiges Thema im Erzbistum Paderborn. Von September 2016 bis Januar 2018 werden insgesamt sechs "Grundkurse Ehrenamtsförderung" angeboten, die bei den Menschen im Erzbistum auf großes Interesse stoßen. Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen im Kurs, wie man Ehrenamtliche findet, begleitet und motiviert und erhalten nach Abschluss das Zertifikat "Ehrenamtskoordinator/in". Nach Ablauf der sechs Kurse wird es im Erzbistum Paderborn voraussichtlich 100 Ehrenamtskoordinatoren geben.

Zwei "Grundkurse Ehrenamtsförderung" haben inzwischen stattgefunden. Eine Teilnehmerin und ein Teilnehmer berichten über ihre Arbeit.

Die Sozialpädagogin Lea Filliponi arbeitet als pädagogische Mitarbeiterin im Kinder- und Jugendzentrum Haus der Offenen Tür in Meschede und ist dort Ansprechpartnerin für die Ehrenamtlichen, die an den Angeboten der Einrichtung mitwirken. Das Haus ist nachmittags ein Treffpunkt für viele Kinder und Jugendliche. Spielgeräte wie Billiard oder Kicker stehen parat, daneben gibt es Angebote wie Kindertreffs, Mädchentreffs oder Teenytreffs.

"Unsere Ehrenamtlichen sind im Augenblick selbst Jugendliche", so Lea Filliponi. "Sie machen zum Beispiel Thekendienst, helfen aber auch den Jugendlichen, die zu uns kommen, in ihrem Alltag". Die Fortbildung zur Ehrenamtskoordinatorin hat sie besucht, weil sie für das Jugendzentrum gerne weitere Ehrenamtliche gewinnen möchte. "Diesmal sind eher Erwachsene im Fokus, weil es zwischen Gleichaltrigen schon einmal schwierig sein kann, wenn der eine dem anderen Ratschläge erteilt." Erwachsene Ehrenamtliche würden für Einzelaktionen wie Kinderkarneval oder Adventsfeier gesucht, aber auch für Aufgaben der Öffentlichkeitarbeit oder für Hausmeisterarbeiten wäre die Einrichtung über ehrenamtliche Unterstützung froh.

"Der Kurs ist interessant, gut gestaltet und sehr abwechslungsreich", so Lea Filliponi über die Fortbildung. Sie habe Ideen entwickeln können, wie man für Ehrenamtliche werben kann. "Gleichzeitig reflektiert man die eigene Arbeit und kommt aus dem eigenen Tunnelblick raus." Man begreife, dass es nicht selbstverständlich sei, die Unterstützung Ehrenamtlicher zu haben und dass ihre Arbeit wertgeschätzt werden müsse. "Ehrenamtliche sind mit Herzblut bei der Sache", stellt sie fest. "Durch ihre Persönlichkeiten, ihr Können und Handeln machen sie unsere Arbeit bunter."

Der pensionierte Polizeibeamte Paul Schleimer ist Pfarrgemeinderat und Mitglied der AG Ehrenamt im Pastoralverbund Unna. Dort hat es Anfang 2016 eine große Veränderung gegeben: Die fünf Pfarreien wurden zusammengeführt, so dass es nur noch die Pfarrei St. Katharina gibt. "Unser Pfarrgemeinderat ist also für eine große Fläche zuständig", so Paul Schleimer. "Die lokale Arbeit findet in Gemeindeausschüssen statt, die AG Ehrenamt ist ein Ausschuss unter vielen anderen."

Die AG Ehrenamt blicke vor allem darauf, wie mit Ehrenamtlichen im Pastoralverbund umgegangen werde: "Wie motivieren wir Ehrenamtliche? Wir wertschätzen wir sie? Wie können wir die Rahmenbedingungen für ihre Arbeit verbessern? Wie können wir sie würdig verabschieden?" Außerdem stünden folgende Fragen im Mittelpunkt: "Müssen wir Angebote, für die wir keine Ehrenamtlichen finden, unbedingt aufrecht erhalten? Müssen wir nicht stärker darauf schauen, was die Menschen, die sich engagieren wollen, von sich aus tun wollen?"

Wichtig sei außerdem, ehrlich und transparent mit der Arbeitsbelastung umzugehen, die mit einer bestimmten Aufgabe verbunden sei, so Paul Schleimer. Bei der Kandidatensuche für den künftigen Pfarrgemeinderat sei es zum Beispiel wenig hilfreich, wenn die zu erwartende Arbeit mit einer Sitzung pro Monat beschrieben werde. Im Kurs sei man daher zum Beispiel auf die Idee gekommen, mögliche Kandidaten zu Pfarrgemeinderatssitzungen einzuladen, damit sie ein realistisches Bild von ihrer künftigen Aufgabe erhalten.

"Für mich prägt das Ehrenamt die Gesellschaft vor allem dahingehend, dass sie Verantwortungsbereitschaft fördert", so Paul Schleimer. "In der Jugendarbeit wachsen zum Beispiel Jugendliche an ihren ehrenamtlichen Leitern, die eine Vorbildfunktion für sie haben. Sie übernehmen dann später im Leben selbst Verantwortung." Außerdem seien viele gesellschaftliche Aufgaben ohne das Ehrenamt gar nicht mehr zu regeln. "Das Engagement unzähliger Menschen für die zu uns kommenden Flüchtlinge sei das beste Beispiel dafür."


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