Detail - Zukunftsblick

Erzbistum forscht nach alternativen Gremienformen

09. November 2016

Mit Modellprojekt "Entwicklung der ehrenamtlichen Mitverantwortung" sollen Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat weiterentwickelt werden

Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand heißen die beiden bekannten Gremien, in denen Ehrenamtliche das kirchliche Leben in Pfarreien und Pastoralverbünden mitgestalten. Das Erzbistum Paderborn lädt nun zu einem experimentellen Weg ein, um diese Gremienformen weiterzuentwickeln. Dazu startet es ein Modellprojekt, in dem neue Wege der ehrenamtlichen Mitverantwortung erprobt werden können. Das Modellprojekt hat als Ziel das Jahr 2021 im Blick, in dem sowohl Kirchenvorstand als auch Pfarrgemeinderat neu gewählt werden sollen. Bis dahin soll im Erzbistum Paderborn geklärt werden, ob und wenn ja, welche alternativen Gremienformen es in Zukunft geben kann.

Interessierte Teams aus Pastoralverbünden und Pastoralen Räumen können sich bis zum 10. Februar 2017 um eine Teilnahme am Modellprojekt bewerben. Gesucht werden zunächst vier bis fünf Pastorale Räume oder Pastoralverbünde. "Wir starten das Modellprojekt, weil wir Partizipation weiter denken und breiter organisieren müssen als bislang", so Matthias Kolk aus der Hauptabteilung Pastorale Dienste im Erzbischöflichen Generalvikariat, der für das Modellprojekt verantwortlich ist. "Das hat Auswirkungen auf die bestehenden Gremien, die ja auch durch die Bildung der Pastoralen Räume vor neue Herausforderungen gestellt werden. Wir hoffen, dass wir mit dem Modellprojekt Erfahrungen machen, die dann für das ganze Erzbistum genutzt werden können."

Folgende Möglichkeiten für eine alternative Gremienarbeit sind zum Beispiel denkbar:

  • In einer Pfarrei oder Pfarrvikarie gibt es künftig nur noch den Kirchenvorstand, der die Aufgaben des Pfarrgemeinderates mit übernimmt. 
  • In einer Gesamtpfarrei, in der mehrere Pfarreien verschmolzen sind, beauftragen Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand Gemeindeausschüsse bzw. Ortsgremien damit, in den einzelnen Orten bestimmte Aufgaben verantwortlich zu übernehmen. 
  • An die Stelle des Pfarrgemeinderates tritt ein neues Gremium mit einer dezidiert anderen Arbeitsweise. Statt der Organisation von kirchlichen Veranstaltungen und einem festen Aufgabenkatalog nimmt sich dieses Gremium beispielsweise vor, den ganzen Sozialraum mitzugestalten und die Arbeit nach den Charismen auszurichten, die die Mitglieder des Gremiums mitbringen. 
  • Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand berufen ein "Team der Kirche vor Ort", dessen Mitglieder Verantwortung in einem überschaubaren Raum für jeweils einen Grundvollzug der Kirche übernehmen: Liturgie, Verkündigung und Dienst am Nächsten. 
  • Im Pastoralen Raum wird eine "Netzwerkkonferenz" gebildet, in die die vielen verschiedenen Gruppen jeweils einen Vertreter entsenden.

An zwei Informationsabenden im November können sich interessierte Teams näher über das Modellprojekt und die unterschiedlichen Möglichkeiten informieren. Sie finden statt am 21. November 2016, 19:30 Uhr in Paderborn (Forum St. Liborius, Grube 3, 33098 Paderborn) und am 24. November 2016, 19:30 Uhr in Dortmund (Franz-Stock-Haus, Flughafenstraße 56 a, 44309 Dortmund).

Nach dem Bewerbungsschluss am 10. Februar 2017 wird darüber entschieden, welche Pastoralen Räume oder Pastoralverbünde am Modellprojekt teilnehmen werden. Nach einer Phase der Vorbereitung soll im Zusammenhang mit der Pfarrgemeinderatswahl im November 2017 das Projekt beginnen. 2020 sollen die in drei Jahren gemachten Erfahrungen so aufbereitet werden, dass die Erkenntnisse für die Wahl 2021 genutzt werden können. In dieser Zeit wird intensiv mit den Teams und Gremien gearbeitet, die sich an dem Modellprojekt beteiligen.

Infos: Erzbischöfliches Generalvikariat Paderborn, Hauptabteilung Pastorale Dienste, Matthias Kolk, E-Mail: matthias.kolk(ät)erzbistum-paderborn.de, Tel. (0 52 51) 125 1336. 


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