Detail - Zukunftsblick

"Professionelle Entprofessionalisierung der Pastoral"

23. September 2016

Professor Dr. Hans Hobelsberger (rechts) sprach beim diesjährigen „Tag der Gemeindereferentinnen“ zum Thema „Begabt mit Charisma – qualifiziert durch Professionalität“.

160 Gemeindereferentinnen und -referenten befassten beim diesjährigen „Tag der Gemeindereferentinnen“ mit dem Thema Professionalität und Charisma.

160 Gemeindereferentinnen und -referenten befassten sich jetzt mit der Frage, was "Charismenorientierung" für die pastorale Arbeit bedeutet und was "Professionalität" für einen pastoralen Beruf heißt.

 "Charismen" und "professionelles Handeln" zählen zu den wichtigen Themen des Zukunftsbildes. Doch was bedeutet es für die pastorale Arbeit vor Ort, wenn man es mit Charismen zu tun bekommt? Und was genau heißt "Professionalität" für einen pastoralen Beruf? Solche Fragen waren Thema beim diesjährigen "Tag der Gemeindereferentinnen", der jetzt im Bildungs- und Gästehaus Liborianum in Paderborn stattfand. Das Thema "Begabt mit Charisma - qualifiziert durch Professionalität" stieß auf großes Interesse, denn 160 Frauen und Männer folgten der Einladung zu der Veranstaltung. Referent des Tages war Professor Dr. Hans Hobelsberger, Pastoraltheologe und Rektor der Katholischen Hochschule (KatHO) NRW.

Professor Dr. Hobelsberger empfahl den Teilnehmerinnen und Teilnehmern in seinem Vortrag eine "professionelle Entprofessionalisierung der Pastoral". Derzeit werde der Beruf der Gemeindereferentin hauptsächlich in Form von Angeboten ausgeübt, stellte er fest: Da man Expertenwissen über Kirche und Glaube besitze, sei man ständig in der Versuchung, dies den Menschen anzubieten. "Es gilt als Professionalitätsnachweis, wenn man viele Angebote macht."

Stattdessen sprach sich Professor Hobelsberger für ein Verständnis von Professionalität aus, das erst dann handle, wenn das Alltagswissen der Menschen an seine Grenzen gelange. Es zähle zu einem professionellen Handeln, stets zu reflektieren, in welchen Situationen man tatsächlich als Profi gefragt sei und wann als Christ. Gemeindereferenten, die im Pastoralen Raum "in der Fläche" arbeiteten, ermutigte er ausdrücklich dazu, sich zu professionalisieren: "Professionalisierung ist nicht nur etwas für die kategoriale Seelsorge."

Der Rektor der KatHO NRW sprach in seinem Vortrag auch über die Herausforderung, die Charismen für die pastorale Arbeit darstellen. Er beschrieb Charismen als von Gott geschenkte Gaben, die ihre Wirkung in der Kirche entfalten und die Kirche zur Veränderung und Weiterentwicklung herausfordern. "Charismen sind das, was jenseits unseres professionellen Könnens und Wissens, jenseits des Alltags geschieht", sagte Professor Hobelsberger. "Sie sind das Fremde und Unerwartete." Seine Zuhörerinnen und Zuhörer rief er dazu auf: "Versuchen sie nicht, Charismen zu institutionalisieren. Es ist Ihre Aufgabe, den Charismen nicht ihren Geist zu nehmen, nur weil Sie den Eindruck haben: 'Es passt nicht ins System'."

Der Tag der Gemeindereferentinnen findet einmal im Jahr statt und wird von der Zentralabteilung Pastorales Personal im Erzbischöflichen Generalvikariat Paderborn durchgeführt.


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