Detail - Zukunftsblick

"Gemeinsam Kirche sein"

07. Oktober 2015

Allen, die mit dem Zukunftsbild arbeiten, sei die Lektüre dieses Dokumentes empfohlen. Denn es greift wichtige Themen aus dem Zukunftsbild auf.

Während der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz wurde das Dokument "Gemeinsam Kirche sein. Wort der deutschen Bischöfe zur Erneuerung der Pastoral" veröffentlicht. Allen, die in Pastoralen Räumen, Verbänden und Einrichtungen mit dem Zukunftsbild arbeiten, sei die Lektüre dieses Textes empfohlen. Denn er greift wichtige Themen aus dem Zukunftsbild auf, manchmal fast wortgleich, manchmal anders formuliert, was dabei helfen kann, am Text weiterzudenken und ihn weiter zu entwickeln.

Die deutschen Bischöfe veröffentlichen dieses "Wort zur Erneuerung der Pastoral" 50 Jahre nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Sie verstehen ihren Text als "Relecture der Konzilstexte", vor allem von "Lumen Gentium" und "Gaudium et Spes". In der Einleitung heißt es: "Die Konzilstexte mit unseren heutigen Augen und Ohren, mit unserem heutigen Herzen und Verstand zu lesen, bedeutet, sich auf einen Prozess der Umkehr einzulassen. Denn nur so können wir innerlich annehmen und für unser Beten und Handeln realisieren, welche Sicht und Praxis von Kirchesein uns das Konzil eröffnet hat." (S. 11)

"Gemeinsam Kirche sein" zum Download

Bestellung der Broschüre bei der Deutschen Bischofskonferenz

 

Im Folgenden sind einige Zitate aus dem Dokument zusammengestellt. Sie machen deutlich, wie häufig Themen des Zukunftsbildes darin enthalten sind:

Zur "Pastoral der Berufung"

"Vermutlich braucht es die gegenwärtigen kirchlichen Mangelerfahrungen, um die zentrale Wahrheit wieder zu entdecken: Jeder Christ ist aufgrund von Taufe und Firmung berufen, das Heilige in seinem eigenen Leben immer weiterzuentfalten und eben dadurch Welt und Kirche im Geiste Jesu Christi mitzugestalten. Diese Bedeutung und Verantwortung jedes einzelnen Christen gilt auch unabhängig von der Zahl der Priester und des hauptberuflichen Personals in der Kirche." (15)

"Widerstände, die sich gegen eine Pastoral der Berufung aller zur Heiligkeit richten, sind durchaus ernst zu nehmen. Denn sie weisen hin auf mögliche Verengungen und Fehlformen wie Moralismus, Weltfremdheit oder Fanatismus, die es zu vermeiden und zu überwinden gilt. Die Berufung zur Heiligkeit ist eine Gabe, die auf einen Ruf Gottes antwortet und die insofern sowohl von Verdienst wie von falsch verstandenem Heroismus deutlich abzugrenzen ist. Unsere Aufgabe ist es, diese Gabe dankbar anzunehmen und das zu entfalten, was sich als individuelle Berufung in der Persönlichkeit und Lebensgeschichte eines Menschen zeigt." (16f)

Charismenorientierung

"Die Getauften und ihre Charismen sind der eigentliche Reichtum der Kirche. Die Charismen zu entdecken, sie zu fördern und ihren positiven Entfaltungs- und Sendungsraum in der Kirche und in der säkularen Welt zu erkennen und zu gestalten, ist die zentrale Aufgabe dieser Pastoral. Dem entspricht ein schon beginnender Prozess des Umdenkens in Bezug auf das sogenannte klassische "Ehrenamt", der in den Pfarreien auf große Resonanz stößt: Die Menschen möchten immer weniger für vorgegebene Aufgabenfelder angeworben und ehrenamtlich eingesetzt werden, sie wollen umgekehrt ihre persönlichen Gaben entdecken, einbringen und entfalten." (19)

Die Gegenwart bejahen...

"Die Verbundenheit mit Christus führt auch die Kirche auf einen Weg, auf dem sie auf alle Menschen zugehen und sich für alles Menschliche öffnen muss: "Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi" (GS 1). Die tiefe Analogie und Verbundenheit zwischen Christus, seiner Menschwerdung und der Kirche verträgt sich nicht mit Abgrenzungsinteressen anderen Menschen und Gesellschaften, also der sogenannten "Welt" gegenüber. Bei aller Unterschiedenheit von Kirche und Welt wird man darum nie eine trennscharfe oder gar endgültig fixierte Grenze zwischen beiden ziehen können." (32)

Das gemeinsame Priestertum aller Getauften

"Durch die Taufe haben Christen Anteil am Priestertum Christi, und so haben sie Anteil am gemeinsamen Priestertum des ganzen Gottesvolkes. Die Getauften werden und müssen also nicht erst nachträglich oder eigens dazu beauftragt werden, den Leib Christi aufzubauen. Die priesterliche Würde aller Getauften kann weder durch Ämter oder Dienste noch durch Berufungen oder Beauftragungen einzelner Christen gesteigert oder über-boten werden." (35)

Zum Leitungsverständnis in der Kirche

"Leitung in der Kirche ist eine Aufgabe, die die ganze Persönlichkeit in Anspruch nimmt. Wer leitet, muss an der eigenen Haltung und an seinen Fähigkeiten arbeiten, um Vorbild für andere zu sein. Leitung braucht darum die Fähigkeit zur steten Selbstrelativierung und Umkehr. Leitung kann nicht von oben oder außen wahrgenommen werden. Sie braucht als Grundlage den Willen und die Fähigkeit, die Situation der Menschen wahrzunehmen und anzunehmen, um sie auf den Weg der Einheit mitzunehmen." (42)

Zum Pastoralen Raum

"Aus der traditionellen "Pfarrgemeinde", die ein in sich geschlossenes System mit einer festen Struktur war, wächst die "Pfarrei neueren Typs", die in den (Erz-)Bistümern unterschiedlich z. B. als pastoraler Raum, Seelsorgeeinheit, Pfarreiengemeinschaft bezeichnet wird. Gemeinsam ist allen, dass sie offen und plural sind. So ermöglichen sie verschiedene Formen der Beteiligung. Inner-halb eines bestimmten Territoriums richtet sich der Blick nun auf das vielfältige Leben der Gläubigen und ihrer Vergemeinschaftungsformen in diesem Territorium. Die so verstandene Pfarrei wird sich immer mehr zu einer Gemeinschaft von Gemeinschaften entwickeln und verschiedene Orte kirchlichen Lebens hervorbringen." (51)


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