Detail - Zukunftsblick

Seelsorgestudie und Zukunftsbild

06. Oktober 2015

Professor Dr. Christoph Jacobs von der Theologischen Fakultät Paderborn, stellte vor vielen Seelsorgerinnen und Seelsorgern ausgewählte Ergebnisse der "Seelsorgestudie" vor.

Katholische Seelsorgerinnen und Seelsorger aus dem Dekanat Dortmund und benachbarten Dekanaten trafen sich am Mittwoch im Katholischen Centrum zur Tagung "Seelsorgestudie und Zukunftsbild". Professor Dr. Christoph Jacobs von der Theologischen Fakultät Paderborn, Mitglied der Forschungsgruppe der Studie "Sorge für die Seelsorgenden", stellte ausgewählte Ergebnisse vor. Die gleiche Tagung hatte zuvor in Meschede und Paderborn stattgefunden. Auch an diesen Veranstaltungen nahmen viele Seelsorgerinnen und Seelsorger aus Pastoralen Räumen teil.

Ein wichtiges Thema der Studie, für die deutschlandweit mehr als 8.000 in der Pastoral tätige Menschen befragt wurden, ist das Wohlergehen pastoraler Mitarbeiter vor dem Hintergrund der Strukturveränderungen innerhalb der Kirche. Die vier zentralen Aspekte dabei sind die Lebenssituation bzw. Arbeitssituation, die gesundheitliche Situation, die Motivation und vor allem die Spiritualität der pastoralen Mitarbeiter.

Die Ergebnisse zeigen unter anderem, dass Priester und Laien im seelsorglichen Dienst im Vergleich zur Gesamtbevölkerung eine hohe Lebenszufriedenheit äußern. Eine Grundlage dafür sei auch die Spiritualität der Befragten, hieß es. Erkennbar weniger zufrieden waren die Befragten mit der Struktur und Leitung der Kirche. "Wir sollten diese Spannung konstruktiv nutzen", meinte Professor Jacobs. Entscheidend für die Qualität der Arbeit, die Zufriedenheit und letztlich auch für die Gesundheit der Betroffenen sei die richtige Passung von der Person gegenüber den jeweils gestellten Anforderungen. Dies müsse bei Personalentscheidungen berücksichtigt werden.

Ein Ergebnis, das viele Teilnehmer überraschte, war die Beobachtung, dass die Größe eines Pastoralen Raums nicht entscheidend für die Zufriedenheit, Belastung oder die Gesundheit der dort arbeitenden Seelsorgerinnen und Seelsorger ist. Viel wichtiger sei beispielsweise das Klima im Team. "Entwickeln Sie Ihr Team weiter", riet Professor Jacobs daher. Außerdem warnte er: "Stress entsteht dann, wenn man einen großen Raum so leitet wie eine kleine Pfarrei." Generell empfahl er, mehr in die Gesundheit, aber auch in Spiritualität zu investieren, sowohl individuell als auch gemeinschaftlich als Organisation.

Die Empfehlungen und Wünsche der Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Ende der Tagung zielten in dieselbe Richtung. Darüber hinaus wurden mehr Angebote zur Entwicklung und Begleitung der Teams gewünscht. Außerdem genannt wurde die Förderung von Frauen insbesondere auch mit Blick auf Leitungsaufgaben.

"Diese Empfehlungen sind umsetzbar, je mehr wir das Zukunftsbild des Erzbistums Paderborn ernst nehmen", antwortete Domvikar Monsignore Dr. Michael Bredeck, Leiter des Projektes Bistumsentwicklung im Erzbistum Paderborn. Er verwies auf mehrere geplante Fortbildungen für das pastorale Personal und für die Pastoralteams. Msgr. Dr. Bredeck betonte auch, dass das zeitliche Zusammentreffen von Zukunftsbild und Seelsorgestudie die Chance biete, Organisationsentwicklung und Personalentwicklung miteinander zu verbinden.

Die zentralen Erkenntnisse der Seelsorgestudie sind in 10 Thesen zusammengefasst, die hier zum Download zur Verfügung stehen:

10 Thesen zur Seelsorgestudie


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