Detail - Zukunftsblick

Bilanz der Glaubenswoche in Attendorn

09. September 2015

Viele Attendorner nahmen am "Mach-mit-Konzert" im Rahmen der Glaubenswoche teil.

"Wir sind Gespräch in der Stadt gewesen. Unsere Aktionen sind viel besser angenommen werden, als wir zu wagen gehofft hatten", fasst Elisabeth Lüttecke die Glaubenswoche "7 Tage - 7 Farben" in Attendorn zusammen.

"Wir sind Gespräch in der Stadt gewesen. Unsere Aktionen sind viel besser angenommen werden, als wir zu wagen gehofft hatten", fasst Elisabeth Lüttecke die Glaubenswoche "7 Tage - 7 Farben" in Attendorn zusammen. Für die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates St. Johannes Baptist Attendorn waren die Aktionen unter dem Motto "Die Vielfalt unseres Glaubens neu entdecken" ein mehr als gelungenes Pilotprojekt im Zeichen des "Zukunftsbildes für das Erzbistum Paderborn".

"So macht es Spaß und die Mitglieder des Pfarrgemeinderates sind jetzt schon höchst motiviert ein nächstes Projekt zu planen", freute sich PGR-Vorsitzende Elisabeth Lüttecke über die Resonanz bei der Bevölkerung, die zugleich wiederum Begeisterung bei den "Machern" der Glaubenswoche auslöste.

Schon beim "Mach-mit-Konzert" nach dem Hochamt des ersten Tages der Glaubenswoche fanden sich auf dem Kirchplatz mehr Menschen ein als erwartet, um Lieder aus dem Schwerter Gebetbuch mitzusingen. Kirchenmusiker Thorsten Schmehr und die eigens aufgestellte kleine Gitarrenband hatten Freude daran, dass die Attendorner das Thema "Wer singt, betet doppelt" so aktiv wahrnehmen wollten.

Kabarett in der Kirche - in diesem Fall der Hospitalkirche von Attendorn - geht das? Anja Geuecke - bekannt als Hettwich vom Himmelsberg - sorgte für volle Kirchenbänke und behaupte in ihrer typischen Art "Der Kopf ist rund, damit das Denken seine Richtung ändern kann." Sie forderte auch dazu auf, den Glauben zu leben, auch wenn man die Ziele noch nicht kenne und sprach damit die Ziele des "Zukunftsbildes" an. Kolumbus habe auch Amerika entdeckt, ohne zu wissen, wo es hingehe.

Die "Tagzeiten-Liturgie" - gemeinsam Beten zu den Stundengebeten der Priester und Ordensleute - wurde begleitet von Haupt- und Ehrenamtlichen der Gemeinde sowie den Schwestern der Ursulinen. "Auch hier", so Elisabeth Lüttecke, "hätten wir nicht mit einer solch guten Resonanz gerechnet."

Den möglicherweise tiefgründigsten Tag der Glaubenswoche erlebten Pfarrgemeinderat und Gemeinde am Mittwoch, als verschiedenen Menschen Zeugnisse über den "Glauben in schwierigen Zeiten" erzählten und anschließend mit den Besuchern ins Gespräch kamen. Mit großem Selbstverständnis hätten die Gäste der Veranstaltung aus ihrem Leben und ihren persönlichen Herausforderungen erzählt, war Elisabeth Lüttecke beeindruckt. Ein 91-jähriger Zeitzeuge berichtete davon, dass er in den Zeiten des Nationalsozialismus Kardinal-van-Galen-Schriften verteilt habe und dafür ins Gefängnis musste, aber dem Glauben treu blieb.

Zwei Frauen ließen die Zuhörer an ihrem privaten Leben teilhaben: Sie begleiten seit Jahren ihre jeweiligen Ehemänner, die an Demenz erkrankt sind, aber auch den Glauben in dieser schwierigen Zeit nicht vergessen haben. Optimismus versprühte eine an Leukämie erkrankte Frau, die betonte: "Gott trägt mich in dieser schweren Zeit". Wie ist es, wenn man in einem Kloster gelebt hat, sich dann aber doch für an anderes Leben entscheidet? Wie konnte man als Christ in den Zeiten der DDR groß werden? Das waren zwei weitere Lebensgeschichten, die die Zuhörer in ihren Bann zogen.

Der "Tag der Kirchenbanken" auf dem Marktplatz mit den Attendorner "Kaffeetanten" Peter Höffer und Uli Selter forderte den Pfarrgemeinderat dann logistisch heraus. Das Interesse war so groß, dass zwei Kirchenbänke nicht ausreichten, sondern insgesamt sechs aufgestellte werden mussten.

Am Freitagabend stand dann eine spirituelle Kirchenerkundung mit Küster Mathias Göbel auf dem Programm. "Selbst ich habe unsere Pfarrkirche unter einem neuen Blickpunkt kennengelernt", betonte Elisabeth Lüttecke und sprach damit für viele Besucher. Altar, Taufbecken oder Kreuz waren punktuell angestrahlt und gaben dem Kirchenraum eine ganz besondere Atmosphäre.

Zum Abschluss gingen die Initiatoren an einen neuen "pastoralen Ort" und feierten den Gottesdienst "Farben des Glaubens" im Feuerwehrhaus.

"Pfarrer Andreas Neuser hat uns vertraut und uns viel Freiraum gegeben. Gemeindereferent Christoph Schüttler hat uns super in der Glaubenswoche begleitet", bedankte sich Elisabeth Lüttecke im Namen des Pfarrgemeinderates.


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