Detail - Zukunftsblick

Pastoralvereinbarungen: Beitrag zum Weg der Kirche in die Zukunft (Kopie 1)

30. Juni 2015

Unter Beteiligung vieler Haupt- und Ehrenamtlicher entstand die Pastoralvereinbarung des Pastoralen Raums Schloss Neuhaus. Zum Abschluss des Prozesses fand jetzt ein Pastoralgespräch statt.

Viele Pastorale Räume im Erzbistum Paderborn besitzen bereits eine Pastoralvereinbarung. Diese soll Auskunft geben über Ziele, Schwerpunkte und Maßnahmen, auf die man sich für die zukünftige Arbeit im Pastoralen Raum verständigt hat.

Viele Pastorale Räume im Erzbistum Paderborn besitzen bereits eine Pastoralvereinbarung. Diese soll Auskunft geben über Ziele, Schwerpunkte und Maßnahmen, auf die man sich für die zukünftige Arbeit im Pastoralen Raum verständigt hat. Mit anderen Worten möchte eine Pastoralvereinbarung die Frage beantworten: "Wozu bist du da, Kirche im Pastoralen Raum XY? Was sind deine Visionen und Ziele für die Zukunft?" Unterzeichnet wird die Pastoralvereinbarung sowohl von verantwortlichen Haupt- und Ehrenamtlichen im Pastoralen Raum, vom zuständigen Dechanten und von Erzbischof Hans-Josef Becker. Sie hat auf diese Weise verbindlichen Charakter. Derzeit steht unter anderem der Pastorale Raum Schloß Neuhaus kurz davor, seine Pastoralvereinbarung in Kraft zu setzen. Zum Abschluss des insgesamt zweijährigen Prozesses fand nun ein Pastoralgespräch statt, um den gemeinsam zurückgelegten Weg zu reflektieren.

"Die Pastoralvereinbarung des Pastoralen Raums Schloß Neuhaus kann sich sehen lassen", dieses Fazit stand am Ende des Pastoralgespräches, zu dem sich insgesamt 30 Personen im Roncalli-Haus versammelt hatten. Neben den Mitgliedern der Steuerungsgruppe, die den Weg zur Pastoralvereinbarung koordiniert hatten, nahmen Vertreter verschiedener Arbeitskreise, des Gesamtpfarrgemeinderates und der Kirchenvorstände teil. Außerdem kamen zu dem Gespräch Berater, die den Prozess begleitet hatten, Mitarbeiter aus dem Erzbischöflichen Generalvikariat und dem Dekanat Paderborn.

Ludger Drebber aus der Hauptabteilung Pastorale Dienste im Generalvikariat machte zu Beginn deutlich, dass es bei dem Pastoralgespräch nicht darum gehe, die vor Ort erarbeitete Pastoralvereinbarung nun "von außen" zu beurteilen. "Wir sind alle miteinander auf der Suche danach, wie Kirche unter den heutigen Bedingungen wirken kann, und treten darüber in einen Dialog", sagte er. "Für diese Suche ist Ihre Pastoralvereinbarung ein wichtiger Beitrag. Das Erzbistum gibt ja kein einheitliches Konzept dafür vor, wie der Weg in die Zukunft zu geschehen hat. Wir wissen, dass dieser Weg in jedem Pastoralen Raum anders aussieht".

"Kirche in Bewegung" - dieses Leitwort durchzieht die Pastoralvereinbarung wie ein roter Faden. Inhaltlich weiter ausgearbeitet wurde dieses Schlagwort von vier Arbeitskreisen, die sich jeweils eins der vom Zukunftsbild vorgegebenen Handlungsfelder vornahmen und überlegten, wie dies im Pastoralen Raum Schloß Neuhaus umgesetzt werden könnte. In kurzen Statements berichteten Vertreter der Arbeitskreise von den Ergebnissen ihrer Überlegungen.

Durch den Arbeitskreis "Caritas und Weltverantwortung" gelangte etwa als künftiger Handlungsschwerpunkt ein regelmäßiger Treff für alle in der Caritas Engagierten in die Pastoralvereinbarung sowie das Vorhaben, die Kriterien des Zertifikates "Fairen Gemeinde" zu erfüllen. Aus dem Arbeitskreis "Ehrenamt" wurde berichtet, dass unter den ehrenamtlich Engagierten die Grenzen zwischen den Gemeinden im Pastoralen Raum bereits verschwimmen würden. Künftig wolle man Formen der Wertschätzung für ehrenamtliches Engagement einführen, sich um Qualifizierungsangebote bemühen sowohl stärker die vor Ort vorhandenen Talente fördern.

Der Arbeitskreis "Pastorale Orte und Gelegenheiten" arbeitete heraus, dass pastorale Orte und Gelegenheiten Möglichkeiten seien, "wo Menschen, das teilen, was Leben ausmacht und so die Nähe Gottes erfahren können". Künftig wolle man verstärkt Menschen in den Blick nehmen, die der Kirche fern stehen, und an bisher ungewohnten Orten, an denen Menschen sich aufhalten, präsent sein. Der Arbeitskreis "Taufberufung" formulierte die Vision von einem "Glaubens- und Familienhaus" im Pastoralen Raum, der familiengerecht eingerichtet sei und Menschen zum Gespräch über ihren Glauben einlade.

Die Steuerungsgruppe beschrieb den Weg zur Pastoralvereinbarung als herausfordernden Prozess. Zwar habe man die Aufgabe übernommen, die Pastoralvereinbarung zur formulieren, habe dies aber nie als "Exklusivrecht" angesehen, sondern sich stets mit dem Gesamtpfarrgemeinderat verständigt. Die Steuerungsgruppe wolle auch weiterhin dafür gerade stehen, dass die Pastoralvereinbarung überprüft und fortgeschrieben werde und sich für diesen Prozess als Motor und Impulsgeber verstehen.

Die Gesprächsteilnehmer aus den Kirchenvorständen zeigten sich erfreut über die Entscheidung, Anfang 2016 aus den bisher vier Pfarreien des Pastoralen Raumes eine Gesamtpfarrei zu bilden. Dieser Schritt, so ihre Überzeugung, werde zu einer Entlastung von Verwaltungsaufgaben führen. Von der kommenden Gesamtpfarrei ist schon jetzt die Arbeit des Gesamtpfarrgemeinderates geprägt. Die Vertreter aus diesem Gremium beschrieben, wie sich der Blick weg von den einzelnen Pfarreien hin zum Pastoralen Raum verschiebe. Große Aufgabe für die kommende Zeit sei die Gründung von Sachausschüssen in den Gemeinden, die künftig stärker die bisherige Pfarrgemeinderatsarbeit übernähmen.

Pfarrer Peter Scheiwe, Leiter des Pastoralen Raumes, beschrieb die ersten Jahre im Pastoralen Raum als herausfordernd und anregend zugleich. Es sei eine Herausforderung gewesen, Ansprechpartner für alles und jeden zu sein - da sei es manchmal schwer gefallen, den Überblick nicht zu verlieren. Gleichzeitig habe er die Zusammenarbeit mit vielen Menschen auf hohem Niveau als äußerst bereichernd erlebt. Man habe im Pastoralen Raum ein hohes Tempo vorgelegt - nun sei es Zeit innezuhalten, um auch jene Menschen mitzunehmen, die bisher nicht am Prozess beteiligt gewesen seien.

Die Gäste aus dem Erzbischöflichen Generalvikariat und dem Dekanat Paderborn bestätigten die hohe Qualität der Pastoralvereinbarung. Dechant Benedikt Fischer unterstrich vor allem das große Maß an Partizipation, das man beim Erstellen der Pastoralvereinbarung ermöglicht habe. Er machte zudem auf den großen Bedarf an spiritueller Begleitung aufmerksam, der aus der Pastoralvereinbarung hervorginge. Eine große, jetzt anstehende Aufgabe, so Fischer, sei die Frage, wie man in der kommenden Gesamtpfarrei Nähe und Beheimatung schaffen könne.

Elisabeth Beschorner und Christoph Schüttler, die den Prozess als Berater begleitet hatten, lobten ebenfalls die große Beteiligung bei dem Zustandekommen der Pastoralvereinbarung sowie die Zuverlässigkeit der Zusammenarbeit. Dr. Annegret Meyer, Referentin für theologische Grundlagenarbeit im Generalvikariat, ermutigte die Gesprächsteilnehmer dazu, ihre Vision eines "Glaubens- und Familienhauses" umzusetzen. Mit Blick auf die zahlreichen Ehrenamtlichen kündigte sie an, dass es auch von Seiten des Erzbistums Qualifizierungsmöglichkeiten geben werde.

Pastoralvereinbarungen im Überblick:

Pastoraler Raum Attendorn

Pastoraler Raum Bad Driburg

Pastoraler Raum Bad Wildungen-Waldeck

Pastoraler Raum Balve-Hönnetal

Pastoraler Raum Bigge-Olsberg

Pastoraler Raum (Gesamtpfarrei) Corpus Christi Castrop-Rauxel

Pastoraler Raum Dortmund-Ost

Pastoraler Raum Hamm-Mitte-Osten

Pastoraler Raum (Gesamtpfarrei) Heiligste Dreifaltigkeit Beverungen

Pastoraler Raum Lichtenau

Pastoraler Raum Lünen

Pastoraler Raum Netpherland

Pastoraler Raum Reckenberg

Pastoraler Raum (Gesamtpfarrei) St. Ewaldi Dortmund 

Pastoraler Raum (Gesamtpfarrei) St. Johannes Baptist Neheim und Voßwinkel

Pastoraler Raum (Gesamtpfarrei) St. Petri Hüsten

Pastoraler Raum (Gesamtpfarrei) St. Martin Schloß Neuhaus

Pastoraler Raum Schmallenberg-Eslohe

Pastoraler Raum Stockkämpen

Pastoraler Raum Südliches Siegerland

Pastoraler Raum Wendener Land

Pastoraler Raum Wittgenstein

(Zur Verfügung stehen die Pastoralvereinbarungen jener Pastoralen Räume, in denen bereits eine feierliche Übergabe stattgefunden hat)


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